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Geiselnahme in Schule in Moskau: Schüler tötet Polizist und Lehrer

Mutmaßlicher Täter festgenommen  

Zwei Tote bei Geiselnahme in Moskau

03.02.2014, 18:06 Uhr | AFP, AP, dpa

Geiselnahme in Schule in Moskau: Schüler tötet Polizist und Lehrer. Ein schwer bewaffneter Polizist sichert Spuren am Tatort des Geiseldramas an einer Moskauer Schule. (Quelle: AP/dpa)

Ein schwer bewaffneter Polizist sichert Spuren am Tatort des Geiseldramas an einer Moskauer Schule. (Quelle: AP/dpa)

Bei einem Geiseldrama an einer Schule in Moskau sind zwei Menschen getötet worden. Der mutmaßliche Täter, selbst Schüler an der Bildungseinrichtung, konnte nach seinen tödlichen Schüssen überwältigt und festgenommen werden. Bei den Toten handelt es sich um einen Lehrer und einen Polizisten.

Mindestens ein weiterer Polizist wurde schwer verletzt. Eine Gruppe von 20 Teenagern um die 15 Jahre war für eine halbe Stunde in der Gewalt des Zehntklässlers, der diese dann laufen ließ. Sein Vater überredete ihn dann zur Aufgabe. Alle anderen Jugendlichen und Lehrer hatten vorher aus dem Gebäude fliehen können. Nach Angaben einer Polizeisprecherin wurden keine Kinder verletzt. Russlands Innenminister Wladimir Kolokolzew besuchte den Tatort.

Mit zwei Gewehren bewaffnet - Motiv unklar

Ein Sicherheitsmann an der Schule am nördlichen Stadtrand Moskaus habe den mit zwei Gewehren bewaffneten Jugendlichen nicht aufhalten können, so der Leiter der Ermittlungen, Wladimir Markin. Er habe aber Alarm ausgelöst, bevor er dem Schüler zu dem Klassenraum gefolgt sei. In diesem hatte sich dieser bereits verbarrikadiert und dann seinen 31-jährigen Geografielehrer Andrej Kirillow ohne ein Wort einfach erschossen. Eine Augenzeugin sagte später der Nachrichten-Webseite LifeNews.ru, der Schütze habe dem Lehrer erst in den Bauch geschossen und dann zur "Sicherheit" noch mal in den Kopf.

Als Motiv wird Rache vermutet. Wofür sich der Teenager rächen wollte, ist bisher allerdings unklar: er galt als hervorragender Schüler und hatte laut Aussagen seiner Mitschüler weder Streit mit ihnen noch mit dem Lehrer. Den Ermittlern zufolge könnte das Motiv des Schützen jedoch ein Streit um Noten gewesen sein. Klar ist nur, dass der Junge wenige Tage vor seiner Tat einen "Nervenzusammenbruch" erlitten habe und psychologisch untersucht werden sollte, sagte Ermittlungsleiter Markin.

Schüsse auf Lehrer und Polizisten

Der Täter habe nach den tödlichen Schüssen auf seinen Lehrer auch das Feuer auf die Polizisten eröffnet, die nach dem Alarm in der Schule eintrafen, erklärte Markin weiter. Mindestens elf Schüsse habe er aus einem Kleinkalibergewehr abgegeben. Neben dem Gewehr habe der Junge einen Karabiner bei sich gehabt, ergänzte der Moskauer Polizeichef Anatoli Jakunin. Beide Waffen gehörten dem Vater und seien vorschriftsmäßig gemeldet gewesen.

Vater überredet Sohn zur Aufgabe

Der Vater sei an die Schule gerufen worden und habe sich bereit erklärt, mit seinem Sohn zu verhandeln, heißt es weiter. Er habe eine Viertelstunde mit ihm telefoniert, um die Freilassung der Schüler zu erreichen, sagte Jakunin. Der Junge habe sich zunächst geweigert. Daraufhin sei der Vater, ausgestattet mit einer schusssicheren Weste der Polizei, in den Klassenraum gegangen.

Eine halbe Stunde später seien die Schüler herausgekommen, nur Vater und Sohn seien noch in dem Klassenzimmer gewesen. Das Sonderkommando habe das Zimmer daraufhin gestürmt und den Jugendlichen festgenommen, sagte Jakunin. Ein Untersuchungskomitee leitete Ermittlungen wegen Mordes, versuchten Mordes und Geiselnahme ein. Dem Schützen drohen nach Jugendstrafrecht bis zu zehn Jahre Haft. Die Schule wurde nach dem Amoklauf abgesperrt, die Kinder würden psychologisch betreut.

Sicherheitsmaßnahmen vor Olympia verschärft

Derartige Amokläufe sind an russischen Schulen bisher sehr selten vorgekommen. Bildungsminister Litwinow zeigte sich erschüttert. "Diese Tragödie stellt uns vor die Aufgabe, die Sicherheitsbedingungen in Schulen zu verbessern". Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin ordnete unmittelbar nach dem Vorfall eine gründliche Überprüfung des bisherigen Sicherheitssystems an Schulen an.

Dies alles steht im Zusammenhang mit den verschärften Sicherheitsmaßnahmen für die Olympischen Winterspiele in Sotschi, die am 7. Februar mit der Eröffnungsfeier beginnen. Nach einem Bericht der Zeitung "Iswetija" wurden unter anderem Mitarbeiter von Kindergärten und Schulen bereits Ende Januar angewiesen, alle verdächtigen Menschen oder Beobachtungen der Polizei zu melden.

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