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Cornelius Gurlitt will jüdische Raubkunst zurückgeben

Rechtsanwalt verkündet  

Gurlitt plant Herausgabe jüdischer Raubkunst

27.03.2014, 08:39 Uhr | dpa

Cornelius Gurlitt will jüdische Raubkunst zurückgeben. Cornelius Gurlitts Namensschild an der Tür seiner Salzburger Wohnung. (Quelle: dpa)

Cornelius Gurlitts Namensschild an der Tür seiner Salzburger Wohnung. (Quelle: dpa)

Nach langem Zögern plant der Kunsthändlersohn Cornelius Gurlitt nach Angaben seines gerichtlich bestellten Betreuers die Rückgabe aller Kunstwerke aus jüdischem Besitz. Gurlitt wolle alle Kunstwerke, die aus "jüdischem Besitz gestohlen oder geraubt wurden, an die jeweiligen Besitzer oder deren Nachfahren herausgeben", sagte der Rechtsanwalt Christoph Edel gegenüber verschiedenen Medien.

Als erstes Werk soll demnach das Porträt "Sitzende Frau" von Henri Matisse übergeben werden. Die Herausgabe solle in Kürze mit den Nachfahren des Pariser Kunstsammlers Paul Rosenberg vereinbart werden. Das von den Nazis geraubte Werk gehörte zeitweise zur Kunstsammlung Hermann Görings und war auf Umwegen in den Besitz der Familie Gurlitt gelangt. Nach Angaben Edels ist in den nächsten Wochen mit der Herausgabe weiterer Exponate zu rechnen.

Rückgabe bereits Ende Januar erwogen

Bereits Ende Januar hatte Gurlitt eine solche Rückgabe in Erwägung gezogen. "Er ist gewillt, sich die Raubkunst-Klagen genau anzuschauen und faire und gerechte Lösungen auszuhandeln", sagte sein Anwalt Hannes Hartung.

Anfang 2012 hatten Steuerfahnder im Zuge von Ermittlungen in der Münchner Wohnung Gurlitts rund 1280 Kunstwerke entdeckt und beschlagnahmt. Rund 500 der zum Teil sehr wertvollen Objekte stehen im Verdacht, Nazi-Raubkunst zu sein. Der Schwabinger Kunstfund kam erst im November 2013 an die Öffentlichkeit und sorgte international für großes Aufsehen.

Kunstwerke auch in Salzburg gelagert

Auch in Salzburg hatte Gurlitt wertvolle Kunstwerke gelagert. Diese Sammlung soll weit größer als bisher angenommen sein. Zunächst sei man von 60 Exponaten ausgegangen. Inzwischen seien in dem alten Gurlitt-Haus 178 weitere Kunstgegenstände gefunden worden - darunter Ölgemälde und Aquarelle etwa von Auguste Renoir, Max Liebermann und Claude Monet.

Vor drei Wochen hatte das Amtsgericht München die Betreuung Gurlitts angeordnet. Sie umfasst im wesentlichen die Vertretung gegenüber Behörden und in Strafsachen sowie die Vermögenssorge. Die Betreuung gilt zunächst bis Ende des Jahres und erfolgt mit Einverständnis des 81-Jährigen.

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