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Amnesty International prangert grauenhafte Zustände in Katar an

Amnesty prangert Zustände in Katar an  

Mit gebrochenen Beinen vom Chef vergewaltigt

23.04.2014, 12:21 Uhr | AFP , dpa

Amnesty International prangert grauenhafte Zustände in Katar an. Diese Indonesierinnen lassen sich für die Ausreise in den Nahen Osten registrieren: Allein in Katar arbeiten 1,7 Millionen Gastarbeiter. (Quelle: Reuters)

Diese Indonesierinnen lassen sich für die Ausreise in den Nahen Osten registrieren: Allein in Katar arbeiten 1,7 Millionen Gastarbeiter. (Quelle: Reuters)

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft Katar grauenhafte Zustände bei den ausländischen Hausangestellten vor. Viele der 84.000 Frauen würden wie Sklaven ausgebeutet, einige berichten von grausamen Misshandlungen und Vergewaltigungen - das Emirat unternimmt dagegen nichts, klagt Amnesty. Katar wird als Gastgeber der Fußball-WM 2022 immer wieder in Frage gestellt.

In einer jetzt veröffentlichten Studie mit dem Titel "Mein Schlaf ist meine Pause" berichteten betroffene Frauen von Schlägen, Tritten, einige von Vergewaltigungen. Eine Indonesierin, die in Abschiebehaft saß, zeigte den Menschenrechtlern eine Brandnarbe auf der Brust. Ihre Arbeitgeberin habe sie mit einem Bügeleisen malträtiert, sagte sie.

Eine Philippina erzählte, sie sei auf der Flucht vor einer Vergewaltigung aus dem Fenster gesprungen und habe sich die Beine und einige Wirbel gebrochen. Ihr Chef habe sie trotz ihrer Verletzungen vergewaltigt und erst danach einen Krankenwagen gerufen. Die Staatsanwaltschaft habe den Fall aber aus Mangel an Beweisen zurückgewiesen.

Mit Lügen ins Land gelockt

Die Frauen würden mit falschen Angaben über gute Löhne und Arbeitsbedingungen in den Golfstaat gelockt, heißt es in dem Bericht. Dort angekommen, müssten sie aber sieben Tage die Woche mit vielen Überstunden arbeiten und bekämen viel weniger Geld als versprochen. Einige Frauen beschrieben, dass sie das Haus nicht verlassen durften - und der Gewalt ihrer Arbeitgeber ausgeliefert waren. 

Amnesty-Mitarbeiterin Audrey Gaughran kritisierte, Wurzel des Übels sei ein diskriminierendes System, das den Frauen grundlegenden Schutz verweigere. Nach Angaben der Organisation sind derzeit mindestens 84.000 ausländische Hausangestellte in dem Emirat tätig, die meisten aus Süd- und Südostasien. Nach dortigem Recht gibt es für sie keine Arbeitszeitbeschränkungen und keinen Anspruch auf freie Tage.

Gefängnis für Vergewaltigte

Flucht bedeutet in der Regel gleichzeitig die Ausweisung. Denn wie in den anderen Golfstaaten auch gilt in Katar ein "Sponsor"-System. Demnach bürgen die Chefs für ihre Angestellten, Arbeitserlaubnis und Aufenthalt sind an den Arbeitgeber gekoppelt. 

In dem Golfstaat riskieren Frauen, die sexuellen Missbrauch anzeigen, ohnehin, dass auch gegen sie wegen außerehelichen Beziehungen ermittelt wird. Dies wird in Katar in der Regel mit einem Jahr Haft und Abschiebung geahndet. Amnesty fordert, dass der Strafbestand der sogenannten illegalen Beziehungen in Katar abgeschafft wird.

Auch Botschaften für Studie befragt

Für die Studie wurden 52 Frauen interviewt, Regierungsvertreter und Botschaften der Länder, aus denen Hausangestellte stammen, sowie Vermittlungsagenturen. Wegen unzumutbarer Arbeitsbedingungen auf Baustellen war das Emirat bereits zuvor unter heftigen Beschuss geraten und gelobte Besserung.

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