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Erfinder der "Enkel-Tricks" in Polen verhaftet

Deutsche Rentner betrogen  

Erfinder der "Enkel-Tricks" in Polen verhaftet

30.05.2014, 14:35 Uhr | dpa, t-online.de

Erfinder der "Enkel-Tricks" in Polen verhaftet. Reihenweise ältere Deutsche gingen einem Betrüger-Clan am Telefon auf den Leim (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Symbolbild)

Reihenweise ältere Deutsche gingen einem Betrüger-Clan am Telefon auf den Leim (Quelle: Symbolbild/Thinkstock by Getty-Images)

Fahndungserfolg der Hamburger Polizei: Nach mehr als zehn Jahren Ermittlungsarbeit konnte der meistgesuchte Betrüger Deutschlands in Warschau festgenommen werden. Insgesamt werde gegen knapp 50 Beschuldigte zwischen 16 und 63 Jahren in mehreren deutschen und polnischen Städten ermittelt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Es entstand ein Sachschaden von rund 1,5 Millionen Euro.

Nach Informationen des "Spiegel" schlugen Beamte am Dienstag um sechs Uhr am Morgen in der Warschauer Innenstadt zu, und überraschten den Haupttäter Arkadiusz "Hoss" L. in dessen Wohnung. Dieser klagte sofort über Kreislaufbeschwerden. Ein Rettungswagen habe L. erst in ein Krankenhaus gebracht, anschließend sei er ins Gefängnis überstellt worden.

Ein Leben in Saus und Braus

Wie das Nachrichtenmagazin berichtet, führte der Gesuchte ein Leben voller Prunk und Protz, feierte Partys in Schlössern - mit Feuerwerken und Hubschrauber-Shuttle - Luxus-Sportwagen und einer eigenen Gemäldesammlung. Laut "Spiegel" war der Geldbedarf der zu den Roma gehörenden Großfamilie riesig.

All das hätten deutsche Rentner bezahlt, die "Hoss" und sein Clan mit einer Betrugsmasche, dem sogenannten "Enkel-Trick", jahrelang um ihr Geld gebracht hatten.

Demnach gingen die Täter folgendermaßen vor: In Polen durchforsteten sie deutsche Telefonbücher nach Namen, die auf ältere Menschen hindeuten. Am Telefon meldeten sie sich mit: "Rate mal, wer hier ist!".

Nur Bargeld und Schmuck

Oft glaubten die Opfer einen Verwandten am anderen Ende der Leitung zu erkennen und ließen sich mit Lügen über angebliche Notlagen oder möglichen Immobilienschnäppchen große Summen entlocken. Ein Kurier holte das Geld bei den Betrogenen persönlich ab und brachte es direkt nach Polen zum Kopf der Bande.

Angeblich waren L. und sein Bruder 1999 in Hamburg bei einem Versuch eines Telefonbetrugs auf den Trick gekommen. Die Masche erwies sich als äußerst erfolgreich.

Noch in Hamburg seien beide ins Visier der deutschen Ermittler geraten. Die Brüder flohen daraufhin nach Polen. Die polnischen Behörden hätten sich aber einer Zusammenarbeit verweigert. So haben sie ihren schmutzigen Geschäften ungestört weiter nachgehen können.

Sachschaden von rund 1,5 Millionen Euro

Auch in Hamburg, Essen und Duisburg schlug die Polizei zeitgleich zu, und setzte weitere Clan-Mitglieder fest. Am Donnerstag erging gegen "Hoss" schließlich Haftbefehl. Die Opfer kamen neben Deutschland auch aus Luxemburg und der Schweiz.

Nach derzeitigen Erkenntnissen ist ein Sachschaden von rund 1,5 Millionen Euro entstanden. Bereits im November 2012 hatten die Staatsanwaltschaft und die Abteilung für Organisierte Kriminalität im Landeskriminalität mit den Ermittlungen begonnen.

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