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Vatikan stellt Ex-Nuntius Josef Wesolowski unter Hausarrest

Missbrauchsvorwürfe  

Papst Franziskus stellt Ex-Nuntius unter Hausarrest

24.09.2014, 12:12 Uhr | dpa

Vatikan stellt Ex-Nuntius Josef Wesolowski unter Hausarrest. Papst Franziskus hat den Ex-Nuntius Josef Wesolowski wegen schwerer Missbrauchsvorwürfe unter Hausarrest gestellt. (Quelle: AP/dpa)

Papst Franziskus hat den Ex-Nuntius Josef Wesolowski wegen schwerer Missbrauchsvorwürfe unter Hausarrest gestellt. (Quelle: AP/dpa)

Der Vatikan hat den ehemaligen Papst-Botschafter in der Dominikanischen Republik, Josef Wesolowski, nach schweren Missbrauchsvorwürfen unter Hausarrest gestellt. Der frühere polnische Erzbischof, der bereits im Juni aus dem Klerus ausgeschlossen worden war, soll wegen des sexuellen Missbrauchs von sieben Kindern der Prozess gemacht werden, wie der Heilige Stuhl mitteilte.

Wesolowski ist der erste hochrangige Kirchenvertreter, der sich in einem Strafverfahren wegen Missbrauchsvorwürfen vor einem vatikanischen Gericht verantworten muss.

Immunität aufgehoben

Das Verfahren gegen den 66-Jährigen erfolge auf ausdrücklichen Wunsch von Papst Franziskus, erklärte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi. Wegen seiner angeschlagenen Gesundheit sei Wesolowski in einer Residenz im Vatikan untergebracht. Er war am Dienstagnachmittag von der vatikanischen Gendarmerie festgenommen worden.

Der Papst hatte Wesolowski vergangenes Jahr von seinem Posten als apostolischer Nuntius in der Dominikanischen Republik abberufen, nachdem ihm dort Missbrauch an sieben Kindern vorgeworfen worden war. Im karibischen Staat wurde auch ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eröffnet. Im Juni war Wesolowski von der vatikanischen Glaubenskongregation in den Laienstand zurückversetzt worden.

Franziskus bittet um Vergebung

Anfang Juli hatte Franziskus erstmals Opfer sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche getroffen und sie dabei demütig um Vergebung "für diese Sünden und schweren Verbrechen" gebeten.

Die katholische Kirche war vom Skandal um jahrzehntelangen Missbrauch an Heranwachsenden in zahlreichen Ländern massiv erschüttert worden. Franziskus' Vorgänger Benedikt XVI. hatte sich insgesamt fünfmal mit Menschen getroffen, die in katholischen Kirchen und Einrichtungen sexuell missbraucht worden waren, so in den USA und in Deutschland.

Erster Verdacht 2008

Wesolowski war unter Johannes Paul II. in den diplomatischen Dienst des Vatikan aufgenommen worden. Nach Stationen in Zentralasien und Bolivien trat er 2008 als Apostolischer Nuntius in der Dominikanischen Republik an. Dort wurde er erstmals des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen verdächtigt.

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