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Nahe Adria-Fähre: Frachter mit 400 Menschen bei Korfu in Seenot

Italien schickt Hubschrauber  

Verwirrung um Schiff mit Migranten vor griechischer Insel Korfu

30.12.2014, 20:57 Uhr | AP, dpa, rtr, t-online.de

Nahe Adria-Fähre: Frachter mit 400 Menschen bei Korfu in Seenot. Der unter moldawischer Flagge fahrende Frachter "Blue Sky M" (Archivbild). (Quelle: dpa)

Der unter moldawischer Flagge fahrende Frachter "Blue Sky M" (Archivbild). (Quelle: dpa)

Italien hat zwei Hubschrauber zu dem Frachtschiff "Blue Sky M" in der Adria geschickt, auf dem sich vermutlich Hunderte Flüchtlinge und bewaffnete Schleuser befinden und von dem am Dienstag Nachmittag ein Notruf gesendet wurde. Hafenmitarbeiter in Bari sagten am Abend, es solle kontrolliert werden, ob es Probleme gäbe. Der Kapitän hatte zuvor gegenüber griechischen Behörden erklärt, alles sei in Ordnung, und deren Hilfsangebot abgelehnt.

Ein Sprecher der italienischen Luftwaffe sagte, das Schiff befinde sich 30 Kilometer vor Santa Maria di Leuca, dem südöstlichsten Punkt Italiens und werde trotz der griechischen Entwarnung noch einmal überprüft. Vertreter der italienischen Küstenwache äußerten den Verdacht, dass möglicherweise Flüchtlinge auf dem Schiff seien, die von Menschenschmugglern dort allein gelassen worden seien. Das Schiff könnte demnach per Autopilot gesteuert werden.

Kapitän wollte nichts von Problemen auf Schiff wissen

Das Notsignal von dem unter moldawischer Flagge fahrenden Frachter mit schätzungsweise bis zu 600 Migranten an Bord, das angeblich in Seenot geraten sei, hatte am Nachmittag einen größeren Einsatz der griechischen Kriegsmarine ausgelöst.

Mehrere Schnellboote sowie die Fregatte "Navarino" waren entsandt worden, ein Hubschrauber hatte die "Blue Sky M" im Gebiet nahe der Insel Othonoi nordwestlich der griechischen Insel Korfu überflogen und Behörden Kontakt mit dem Kapitän aufgenommen. Der hatte angegeben, es gebe keine technischen oder sonstigen Probleme, und ein Hilfsangebot der Behörden abgelehnt. Danach war er weitergefahren.

Verwirrung um SOS-Signal - und angeblich Bewaffnete an Bord

Der Notruf stammte nach Angaben der griechischen Küstenwache von einem Passagier auf der "Blue Sky M". Der Operationschef der Kriegsmarine, Admiral Nikolaos Patrinos, sagte, der Mann habe erklärt, die Menschen an Bord hätten kein Wasser, keine Nahrung und keine Decken. "Spiegel Online" hatte berichtet, das Notsignal sei nicht vom Kapitän abgesetzt worden. Stattdessen habe jemand an Bord den Notruf gewählt und die Behörden informiert, das Schiff habe einen mechanischen Schaden und treibe ab.

Zur Verwirrung beigetragen haben auch die Meldungen des staatlichen griechischen Senders Nerit unter Berufung auf die griechische Küstenwache über angeblich Bewaffnete an Bord. Die Küstenwache sei davon ausgegangen, dass es sich dabei um Schlepper handelt, die zur eigenen Sicherheit Waffen bei sich tragen.

Was passiert mit den Menschen?

Der 1976 gebaute Frachter war dem Schiffspositionsdienst marinetraffic.com zufolge ursprünglich von Istanbul kommend zum kroatischen Hafen Rijeka unterwegs. Er soll sich griechischen Medienberichten zufolge aber seit Tagen in der Region des Ionischen Meeres im Westen Griechenland bewegt haben. Es wird vermutet, dass Menschenschlepper Migranten aus Westgriechenland abgeholt haben, um sie nach Italien zu bringen. Das Schicksal der Menschen an Bord der "Blue Sky M" ist zur Stunde unklar.

Internationale Schleuserbanden versuchen immer wieder, Migranten durch das Mittelmeer nach Europa zu bringen. Tausende Migranten sind dabei in den vergangenen Monaten ums Leben gekommen. Ende November waren rund 600 Migranten aus dem Nahen Osten nach einer Havarie eines Frachters auf Kreta sicher gelandet.

Unglück in derselben Region wie Autofähre

In derselben Region war am Sonntagmorgen die Fähre "Norman Atlantic" mit fast 500 Menschen an Bord wegen eines Feuers auf dem Autodeck in Seenot geraten. Erst nach anderthalb Tagen konnten die letzten Passagiere und Besatzungsmitglieder gerettet werden. Mindestens zehn Menschen kamen ums Leben, dutzende weitere werden vermisst.

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