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Kinderarzt soll 13 Jungen missbraucht haben

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage  

Kinderarzt soll 13 Jungen missbraucht haben

17.06.2015, 16:59 Uhr | AFP

In einem besonders schweren Fall von Kindesmissbrauch hat die Staatsanwaltschaft Augsburg Anklage gegen einen 40-jährigen Kinderarzt erhoben. Er soll sich an bis zu 13 Kindern vergangen haben. Sein jüngstes Opfer war gerade einmal fünf Jahre alt.

Zum Teil soll der Mediziner seine fünf- bis zehnjährigen Opfer narkotisiert haben, teilte die Anklagebehörde mit. Außerdem soll er in mehreren Fällen kostenlose Ausflüge für Grundschulen organisiert haben, um Missbrauchsopfer zu finden. Gegen den Arzt wird Anklage wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern, Vergewaltigung, Freiheitsberaubung, Kinderpornografie und anderer schwerer Straftaten erhoben.

Taten in mehreren Städten begangen

Der Termin für den Prozessbeginn steht noch nicht fest. Dem seit Oktober in Untersuchungshaft sitzenden Mann droht eine langjährige Haftstrafe. Er soll seine Taten in Augsburg, München, Nürnberg und Hannover begangen haben.

Der Staatsanwaltschaft zufolge soll er in einem der angeklagten Tatkomplexe im Zeitraum 2007 bis 2014 insgesamt dreizehn Jungen im Alter von fünf bis acht Jahren gezielt angesprochen und mit Versprechungen zu entlegenen Orten wie Tiefgaragen oder Kellerräumen gelockt haben, um sie dort zu missbrauchen. Ein fünfjähriges Opfer soll er dabei in seiner Zweitwohnung in Hannover mit einem Arzneimittel betäubt und dann missbraucht haben.

Taten teilweise gefilmt

Von seinen Taten soll der Arzt mehrfach auch Bilder gemacht und diese gespeichert haben. In zwei Fällen soll er mit einer Bekannten und deren Kindern bei gemeinsamen Ausflügen mit einem Sohn der Bekannten in einem Doppelzimmer übernachtet, ihn ebenfalls betäubt und dann missbraucht haben.

Außerdem soll der Arzt in einem weiteren Tatkomplex in den Jahren 2013 und 2014 unter dem Vorwand, einer Hilfsorganisation anzugehören, kostenlose Kinderausflüge für Grundschulen in Augsburg organisiert haben. Bei mindestens drei dieser Ausflüge soll er die Unterbringung in Pensionen und Appartements dazu genutzt haben, um sich an sechs der zur Tatzeit zwischen sechs und zehn Jahre alten Kinder zu vergehen. Auch dabei soll er die Taten gefilmt haben.

Weiterhin wird dem Mann der Besitz einer Vielzahl von Kinderpornos vorgeworfen, darunter Bilder vergewaltigter Säuglinge.

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