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Schweden: Messerattacke bei Ikea kostet zwei Menschen das Leben

Verdächtige festgenommen  

Zwei Tote nach Messerattacke bei Ikea

11.08.2015, 09:27 Uhr | AFP , dpa

Schweden: Messerattacke bei Ikea kostet zwei Menschen das Leben. Ein Polizist kontrolliert einen Autofahrer am Tatort im schwedischen Västerås, circa eine Autostunde von Stockholm entfernt. (Quelle: Reuters)

Ein Polizist kontrolliert einen Autofahrer am Tatort im schwedischen Västerås, circa eine Autostunde von Stockholm entfernt. (Quelle: Reuters)

Tödlicher Überfall in einem Möbelhaus: Bei einer Messerattacke in einer Ikea-Filiale in Västerås in Schweden sind ein Mann und eine Frau getötet worden. Die beiden Todesopfer, ein Paar, starben an ihren bei dem Angriff erlittenen Schnittwunden, sagte eine Polizeisprecherin. Es kam zu zwei Festnahmen.

Ein schwer verletzter 35-Jähriger sei ins Krankenhaus gebracht worden, wo er operiert wurde. Später stellte sich nach Angaben des Polizeichefs von Västeras, Per Agren, heraus, dass es sich dabei um einen der Verdächtigen handelte. Unklar sei noch, wie er sich die Wunden zugezogen habe. Ein weiterer Verdächtiger, der sich in der Nähe des Tatorts aufhielt, wurde unter Mordverdacht festgenommen.

Opfer gezielt ausgesucht

Polizeichef Agren sprach bei einer Pressekonferenz von einer "verrückten Tat". Einer der Festgenommenen sei 1992 geboren worden, der andere 1979. Beide Verdächtigen seien nicht polizeibekannt gewesen. Sie hätten sich "zweifellos" gekannt, nicht aber ihre Opfer. Diese seien möglicherweise zufällig ausgewählt worden.

Polizisten durchsuchten am Abend die Ikea-Filiale und fanden offenbar die Tatwaffen, zu denen aber keine näheren Angaben gemacht wurden. Zur Identität der Opfer und der mutmaßlichen Täter wollten die Beamten ebenfalls keine Angaben machen.

Zeuge filmte Festnahme eines verdächtigen Täters

Die Polizei wurde nach eigenen Angaben in die Filiale der Möbelkette in Västeras in Zentralschweden gerufen. Dort habe sie einen mit Stichwunden verletzten Mann und eine Frau vorgefunden, die kurz darauf beide gestorben seien. Die Übergriffe hatten sich in der Abteilung für Küchenutensilien ereignet. "Das ist der schlimmste Arbeitstag meines Lebens", sagte Warenhaus-Leiter Mattias Johansson der Lokalzeitung "VLT".

Ein Zeuge filmte mit seinem Handy die Festnahme eines Mannes an einer Bushaltestelle. "Ich sah, wie Polizisten zu einem Mann an einer Bushaltestelle rannten", sagte der Zeuge der Zeitung, auf deren Internetseite das Video zu sehen war. "Die Festnahme erfolgte sehr schnell, der Mann hat keinen Widerstand geleistet, aber er war sehr laut." Er sei etwa zwischen 30 und 40 Jahre alt gewesen.

Filiale wurde evakuiert

Die komplette Filiale in der Stadt, die eine Autostunde nordwestlich von Stockholm entfernt liegt, wurde evakuiert. Sie soll bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Über eine Lautsprecherdurchsage waren die Kunden und Mitarbeiter angewiesen worden, das Möbelhaus zu verlassen.

Keine Drohungen eingegangen

Ikea-Sprecherin Martina Smedberg sagte, es gebe keine Hinweise auf das Motiv der Angreifer. Gegen das Geschäft seien vorher keine Drohungen ausgesprochen worden. Derartige Vorfälle seien "extrem selten und extrem ernst". "Nach meiner Kenntnis ist es das erste Mal, dass sich ein Vorfall solchen Ausmaßes ereignet hat", so Smedberg.

Die Ikea-Mitarbeiter seien geschockt. "Wir sind mit unseren Gedanken bei den Betroffenen", schrieb das Möbelhaus. Västeras ist mit rund 110.000 Einwohnern die fünftgrößte Stadt Schwedens und liegt etwa hundert Kilometer von der Hauptstadt Stockholm entfernt.

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