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Eltern prügelten eigenen Sohn wegen Kirchenaustritts tot

Gewaltexzess in USA  

Eltern prügelten eigenen Sohn tot - wegen Kirchenaustritt

17.10.2015, 09:17 Uhr | AP

Eltern prügelten eigenen Sohn wegen Kirchenaustritts tot. Den Eltern des 19-jährigen Lucas L. wird vorgeworfen, ihren Sohn totgeschlagen zu haben. (Quelle: AP/dpa)

Den Eltern des 19-jährigen Lucas L. wird vorgeworfen, ihren Sohn totgeschlagen zu haben. (Quelle: AP/dpa)

Erschütternde Tat in den USA: Im US-Bundesstaat New York ist ein 19-Jähriger tot geprügelt worden. Die Täter waren laut Polizei die eigenen Eltern und die Schwester. Der kleine Bruder des jungen Mannes wurde ebenfalls gepeinigt und erlitt schwere Verletzungen. Der Grund für die Gewaltorgie: Beide wollten aus ihrer Glaubensgemeinschaft austreten. 

Der Gewaltexzess habe sich während einer Seelsorgesitzung zugetragen. Lucas L. hätte von seinem Vorhaben abgebracht werden sollen, aus der Sekte auszutreten, sagten Mitglieder der "Word of Life Christian Church" in New Hartford vor Gericht aus.

Teenager sollten um Vergebung bitten - dann folgte Folter

Die Seelsorgesitzung für Lucas L. und seinen jüngeren Bruder war am vergangenen Sonntag von Mitgliedern der Kirche einberufen worden.

Der Polizei zufolge versuchten die streng gläubigen Christen, ihre wehrlosen Opfer zunächst dazu zu bringen, ihre Sünden zu bekennen und um Vergebung zu bitten. Doch dann hätten Mutter und Vater ihren älteren Sohn mit einem Elektrokabel und einer Art Gürtel traktiert, sagten Zeugen aus.

Kirchendiakon Daniel Irwin spähte nach eigenen Angaben durch die Fenstertür in den Altarraum, wo der Junge das mehr als zwölfstündige Martyrium über sich habe ergehen lassen müssen. Er habe geblutet und offenbar Qualen gelitten, sagte Irwin aus.

12 Stunden Qualen

Stunden später war der junge Mann nach Behördenangaben tot. Vor Gericht sagte Ermittler Jason Nellis, die Mutter des Opfers habe vor der Polizei ausgesagt, die Gruppe habe sich beim Prügeln abgewechselt und ihren Sohn zu Boden gedrückt. Lucas' Bruder Christopher überlebte und kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Sein Zustand hat sich inzwischen verbessert.

Auch Schwester am Martyrium beteiligt

Die Mutter habe nicht erwartet, dass die "Intervention" derart ausarten würde und hätte sie nicht stoppen können, sagte ihr Anwalt. Er glaube nicht, dass sie es gewesen sei, die die tödlichen Verletzungen ihres Sohnes verursacht habe.

Der Vater der Jungen erklärte die Gewalt mit einer Familienangelegenheit, die nichts mit der Kirche zu tun habe. Die Eltern hätten das nicht gewollt, sagte sein Anwalt.

Diesen wird nun Totschlag zur Last gelegt, seine Schwester und drei weiteren Anhängern der Kirche, die beteiligt gewesen sein sollen, Körperverletzung. Am Ende der Anhörung befand der Richter, dass es genügend Beweise für eine Strafverfolgung gebe.

Sektenartige Glaubensgemeinschaft grenzt sich ab

Die "Word of Life Church" ist eine streng gläubige christliche Gemeinschaft in den USA, die sich von anderen katholischen, evangelischen und sonstigen evangelikalen Glaubensgemeinschaften streng abgrenzt. Gegründet wurde sie 1981 in Saint Joseph im US-Bundesstaat Missouri vom Pastor Brian Zahnd. Sie hat Anhänger in den und außerhalb der USA. Ziel der sektenartigen Gemeinschaft ist es, die Seelen der Menschen für Jesus Christus und die Bibel zu gewinnen - koste es, was es wolle. 

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