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Köln: Übergriffe an Silvester - was wir bisher wissen

Was wir bisher wissen  

Der Faktencheck zu den Übergriffen in Köln

05.01.2016, 18:22 Uhr | Ulrich Weih, t-online.de

Köln: Übergriffe an Silvester - was wir bisher wissen . Dom und Hauptbahnhof in Köln: Dort ereigneten sich in der Silvesternacht die Übergriffe auf zahlreiche Frauen. (Quelle: dpa)

Dom und Hauptbahnhof in Köln: Dort ereigneten sich in der Silvesternacht die Übergriffe auf zahlreiche Frauen. (Quelle: dpa)

In der Silvesternacht sind am Kölner Hauptbahnhof zahlreiche Frauen beleidigt, sexuell missbraucht und beraubt worden. Die Täter sollen zu einer Gruppe von bis zu 1500 Männern gehören, die "dem Aussehen nach aus dem arabischen oder afrikanischen Raum" stammen könnten, berichten Augenzeugen übereinstimmend.

"Die bisherigen Hinweise gehen deutlich in Richtung polizeibekannte Intensivtäter, mit Flüchtlingen haben die nichts zu tun", sagt die Polizei dem Kölner Stadtanzeiger.  

Wir haben die bisher bekannten Fakten für Sie zusammengefasst.  

Horde von mehr als tausend Männern  

Am Donnerstagabend versammeln sich auf dem Kölner Bahnhofsvorplatz sowie auf der daran unmittelbar angrenzenden Domplatte zahlreiche junge Männer. Das ist zunächst nicht ungewöhnlich für einen Silvesterabend.

Die örtliche Polizei sowie die Bundesbereitsschaftspolizei ist vor Ort. Dennoch ist die Polizei von der Größe der Menschenmenge überrascht. Bis zu 1500 Männer seien zusammengekommen, berichtet Arnold Plickert, der Landesvorsitzende NRW der Gewerkschaft der Polizei.  

Massive Übergriffe auf Frauen 

In dieser Menschenansammlung bilden sich wohl immer wieder kleinere Gruppen von jeweils bis zu 40 jungen Männern, berichten Augenzeugen. Sie hätten einzelne Passantinnen umzingelt. Die Frauen werden beleidigt, mehrere von ihnen werden sexuell belästigt. Zahlreiche Opfer werden bestohlen.  

Wie auf Videoaufnahmen zu sehen ist, werden unterdessen immer wieder Böller und Raketen in die Menge gefeuert. Es gibt zahlreiche Detonationen innerhalb der Menschenmenge.    

Polizei bemerkt Übergriffe nicht 

Gegen 23:30 Uhr räumt die Polizei den Bahnhofsvorplatz, da sie wegen der Feuerwerkskörper eine Massenpanik befürchtet.   

Daraufhin ziehen viele Personen in das Bahnhofsgebäude, durch das Gedränge der vielen Menschen geht dort teilweise nichts mehr. 

Schließlich kehren die Männer in Gruppen wieder auf den Bahnhofsvorplatz und die Domplatte zurück.   

Die Polizeibeamten bekommen von den Delikten nichts mit. Erst als zwischen 1:00 und 1:30 Uhr die ersten Anzeigen eingehen, sei man auf die Übergriffe aufmerksam geworden, heißt es. 

Wer sind die Täter? 

Die Männer stammen "dem Aussehen nach aus dem arabischen oder afrikanischen Raum", so die Polizei. Das sagen alle Zeugen der Übergriffe übereinstimmend aus. Sie sollen zwischen 15 und 35 Jahre alt gewesen sein. Die Zeugen berichten weiter, sehr viele Männer seien stark alkoholisiert gewesen.

Von der Polizei heißt es, die starke Polizeipräsenz habe die Täter nicht weiter beeindruckt.  

Möglichen Spekulationen, es könnte sich dabei um Flüchtlinge handeln, tritt die Polizei entgegen: "Die Täter haben nichts mit der aktuellen Flüchtlingswelle zu tun", sagte ein Polizeisprecher.  

Keine Verdächtigen festgenommen  

In der Nacht gibt es zunächst keine Festnahmen. Die Opfer können einzelne Täter nur sehr schwer in der Menge identifizieren.

Zudem sei die Überprüfung von Verdächtigen sehr schwierig gewesen, da die Tatverdächtigen keine Papiere bei sich hatten und/oder kein Deutsch sprachen, sagt die Polizei.  

"Straftaten einer völlig neuen Dimension"

Die Anzahl der Anzeigen liegt bei über 100, davon hätten drei Viertel einen sexuellen Hintergrund. Es soll mindestens eine Vergewaltigung gegeben haben. Die Dunkelziffer der begangenen Straftaten könne jedoch noch höher liegen, so die Polizei.  

Bei den Übergriffen wird unter anderen auch eine Zivilpolizistin sexuell bedrängt. Der Beamtin sei "in die Hose gefasst worden", sagte GdP-Chef Plickert. Es handele sich um "Straftaten einer völlig neuen Dimension".

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