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Köln: Übergriffe auf Frauen sind "abscheulich und nicht hinnehmbar"

Sexuelle Übergriffe in Köln  

Justizminister Maas: "Alle Täter zur Rechenschaft ziehen"

05.01.2016, 19:34 Uhr | dpa, rtr, t-online.de

Köln: Übergriffe auf Frauen sind "abscheulich und nicht hinnehmbar". Heiko Maas fordert mehr Sicherheit für die Menschen in den Städten. (Quelle: dpa)

Heiko Maas fordert mehr Sicherheit für die Menschen in den Städten. (Quelle: dpa)

Als "feige und abscheulich" hat Justizminister Heiko Maas (SPD) die Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht rund um den Kölner Hauptbahnhof verurteilt. "Alle Täter müssen konsequent ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden", erklärte er.

Der Justizminister forderte mehr Sicherheit: "Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen in unseren Städten blanker Gewalt schutzlos ausgeliefert sind." Die Übergriffe zeigten, eine völlig neue "Form organisierter Kriminalität". Er betonte, auch die Mittäter strafrechtlich zu verfolgen. "Die Masse ist kein Zuschauer", wenn sie Frauen am Weglaufen hindert, so Maas bei einer Pressekonferenz.

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) zeigte sich ebenfalls schockiert angesichts der Vorfälle. Die Taten seien "abscheulich und nicht hinnehmbar". Gleichzeitig warnte er, die offensichtliche Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund dürfe "nicht dazu führen, dass nun Flüchtlinge gleich welcher Herkunft, die bei uns Schutz vor Verfolgung suchen, unter einen Generalverdacht" zu stellen.

+++ Was wir bisher über die Übergriffe an Silvester wissen +++

Grünen-Politiker Omid Nouripour sagte t-online.de, er gehe von eher kleinen organisierten Gruppen innerhalb der Menge aus. Er fordert, „konsequent alle strafrechtlichen Register zu ziehen“. „Und wenn das Gangs waren, wirkt das natürlich strafverschärfend“, so Nouripour. 

"Unglaublich, was hier passiert ist"

Die neue Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) äußerte sich am Nachmittag nach einem Krisentreffen: "Unglaublich, was hier in dieser Silvesternacht passiert ist und absolut nicht tolerierbar."

In der Silvesternacht haben nach Polizeiangaben Gruppen von insgesamt rund 1500 Männern auf dem Bahnhofsvorplatz und rund um den Dom Frauen massiv bedroht und bestohlen. Die Frauen sollen zum Teil sexuell bedrängt worden sein. Die Kölner Polizei zitierte Zeugen, nach denen die Täter vom Aussehen her nordafrikanischer Herkunft seien.

Ähnliche Fälle in Hamburg und Stuttgart

Auch in Hamburg sind in der Silvesternacht anscheinend mehrere junge Frauen von Männern sexuell belästigt und bestohlen worden. Nach bisherigen Erkenntnissen handle es sich um zehn Fälle, teilte die Polizei in der Hansestadt mit. 

Die Opfer sollen im Gedränge auf der Reeperbahn zum Teil gleichzeitig von mehreren Männern in unterschiedlicher Gruppengröße mit südländischem oder arabischem Aussehen angegangen worden sein, teilten die Beamten mit. Dabei seien sie sexuell belästigt worden. Anschließend hätten die Opfer festgestellt, dass ihnen Wertgegenstände wie Geldbörsen oder Smartphones fehlten.

Betroffen waren demnach junge Frauen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. Die Polizei rief Zeugen auf, sich zu melden. Es lägen nur "vage Personenbeschreibungen" der mutmaßlichen Täter vor. Die Ermittler baten insbesondere auch um Film- oder Fotoaufnahmen, die Besucher in dem Bereich von den Vorfällen gemacht haben. Die vorliegenden Anzeigen werden vom Landeskriminalamt bearbeitet. Die Deutsche Polizeigewerkschaft berichtet von ähnlichen Fällen in Stuttgart.

Rainer Wendt, der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, sagte dem NDR, seiner Einschätzung nach handele es sich aber nicht um organisierte Kriminalität, sondern um "eine Absprache der Täter, die die Masse der Menschen nutzen, die Dunkelheit und den Überraschungseffekt, um nach vollzogener Tat wieder unerkannt zu entkommen". Er warnte, durch diese Vorfälle könne sich die Stimmung in der Gesellschaft gegen Flüchtlinge verschärfen.

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