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Nach Übergriffen in Köln: Polizeipräsident Wolfgang Albers geschasst

Vorzeitiger Ruhestand  

Kölns Polizeipräsident Wolfgang Albers geschasst

08.01.2016, 18:56 Uhr | dpa, AFP

Nach Übergriffen in Köln: Polizeipräsident Wolfgang Albers geschasst. Kölns umstrittener Polizeipräsident Wolfgang Albers muss vorzeitig abtreten. (Quelle: dpa)

Kölns umstrittener Polizeipräsident Wolfgang Albers muss vorzeitig abtreten. (Quelle: dpa)

Der nach den Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof in die Kritik geratene Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers ist in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden.

Dies teilte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am frühen Abend mit. Er habe Albers von dem Schritt am Mittag in Kenntnis gesetzt.

"Meine Entscheidung ist jetzt notwendig, um das Vertrauen der Öffentlichkeit und die Handlungsfähigkeit der Kölner Polizei zurückzugewinnen - auch mit Blick auf die anstehenden Großveranstaltungen", sagte Jäger. Albers habe für diese Entscheidung "großes Verständnis aufgebracht".

Der 60-jährige Albers stärkte seinen Polizisten den Rücken: "Ich akzeptiere es, dass in der aktuellen Diskussion die Polizeiführung und damit auch zuallererst meine Person ins Zentrum der Kritik geraten sind", sagte er. "Aber die Polizistinnen und Polizisten, die in der Silvesternacht rund um den Kölner Hauptbahnhof im Dienst waren, haben diese Kritik nicht verdient."

Vorfälle sollen aufgearbeitet werden

Die Polizei habe laut Jäger nun die Aufgabe, die Vorfälle in der Silvesternacht vollständig aufzuarbeiten "und die notwendigen Konsequenzen zu ziehen", betonte er in der Mitteilung. "Die Menschen wollen zurecht wissen, was in dieser Silvesternacht passiert ist, wer die Täter sind und wie solche Vorfälle zukünftig verhindert werden können."

Zuletzt waren zunehmend Rücktrittsforderungen gegen Albers laut geworden. Unter anderem war Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker deutlich auf Distanz gegangen.

Dem Polizeipräsidenten wurde unter anderem vorgeworfen, die Öffentlichkeit nach den Übergriffen nicht rechtzeitig informiert zu haben und Informationen unter anderem über die Herkunft der Verdächtigen zurückgehalten zu haben.

Keine Beteiligung an "Spekulationen"

Albers hatte sich noch am Freitag gegen den Vorwurf der "Verschleierung" der Herkunft möglicher Verdächtiger aus der Silvesternacht gewehrt. 

Er habe seit der ersten Pressekonferenz am Sonntag "mehrfach öffentlich" darauf hingewiesen, dass sich viele von seinen Polizisten am Bahnhof kontrollierten Personen mit Dokumenten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge ausgewiesen hätten, betonte Albers.

Bei diesen handle es sich aber nicht zwangsläufig auch um die für die massenhaften "schrecklichen Übergriffe" verantwortlichen Täter. Er habe sich daher nicht an "Spekulationen" beteiligt und wolle das auch in Zukunft nicht tun.

Verschleierung "vollkommen abstrus"

"Solange die Polizei Menschen keine durch Fakten gestützten Tatvorwürfe machen kann, gilt hier in Deutschland die Unschuldsvermutung." Ihm Verschleierung vorzuwerfen, sei "vollkommen abstrus".

In der Silvesternacht war es am Kölner Hauptbahnhof aus einer großen Menschenmenge heraus zu zahlreichen sexuellen Übergriffen und anderen Straftaten gekommen. Die Polizei steht wegen der Vorfälle und ihrer Kommunikationsstrategie unter Druck. Die Vorfälle lösten zudem eine hitzige Debatte über Konsequenzen für die Flüchtlingspolitik aus.

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