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Höxter: Peiniger hatte wohl Kontakt zu weiteren Frauen

Folterexzesse in Höxter  

Peiniger hatte wohl Kontakt zu weiteren Frauen

06.05.2016, 18:05 Uhr | dpa

Höxter: Peiniger hatte wohl Kontakt zu weiteren Frauen. Das Haus in in Höxter-Bosseborn: Hier sollen ein 46-Jähriger und seine 47-jährige Ex-Frau in den vergangenen Jahren mehrere Frauen gequält haben. (Quelle: dpa)

Das Haus in in Höxter-Bosseborn: Hier sollen ein 46-Jähriger und seine 47-jährige Ex-Frau in den vergangenen Jahren mehrere Frauen gequält haben. (Quelle: dpa)

Nach den tödlichen Misshandlungen von Höxter haben sich zahlreiche Frauen bei der Polizei gemeldet, die Kontakt zu dem 46 Jahre alten Tatverdächtigen hatten. Neue Missbrauchsopfer seien nach ersten Erkenntnissen jedoch nicht darunter, sagte eine Polizeisprecherin.  

Insgesamt seien 35 neue Hinweise eingegangen, überwiegend von Frauen. Der Verdächtige hatte zusammen mit seiner 47 Jahre alten Ex-Frau jahrelang Frauen per Kontaktanzeige nach Höxter-Bosseborn gelockt.

Wohl mindestens zwei Todesopfer 

Auf dem Gehöft in Ostwestfalen soll das Paar in den vergangenen Jahren mehrere Frauen gequält haben. Zwei Opfer aus Niedersachsen kamen ums Leben.

Eine 41-jährige aus Bad Gandersheim starb am 22. April an den Folgen schwerer Verletzungen in einem Krankenhaus. Bereits im August 2014 war eine 31-Jährige nach Misshandlungen gestorben. 

Derzeit überprüfen die Ermittler die Angaben der Tatverdächtigen, die behauptet, die Leiche der 2014 gestorbenen Frau sei im Kamin des Hauses verbrannt und die Asche verstreut worden.

Fachleute hatte in Medien Zweifel an dieser Darstellung geäußert. Für eine vollständige Verbrennung einer Leiche seien die Temperaturen in einen Hauskamin zu niedrig. 

Hinweise auf weitere Tote gibt es bislang nicht.  

Möglicherweise bis zu fünf weitere Frauen im Haus  

Unterdessen sucht die Polizei nach möglichen weiteren Opfern des festgenommenen Paares. Es gebe Hinweise darauf, dass in dem Haus vier bis fünf weitere Frauen gewesen sein könnten, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Laut Polizei sind bisher teilweise lediglich "Namensfragmente" der Frauen bekannt. Eine 51-Jährige aus dem Großraum Berlin hatte den Ermittlern berichtet, sie sei von Ende 2011 bis März 2012 in dem früheren Bauernhaus festgehalten und körperlich misshandelt worden.

Ermittlungen auch an früheren Wohnorten 

Laut Staatsanwaltschaft arbeiten sich die Ermittler nun auch in den Zeitraum von 1999 bis 2010 vor, der bislang weitgehend im Dunkeln liegt. So wurden inzwischen die Wohnorte des festgenommenen Paares der letzten Jahre ermittelt. Der Sprecher wollte diese aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen.

Bekannt ist, dass beide zuvor im lippischen Schlangen, 50 Kilometer von Höxter entfernt, gewohnt hatten. Der beschuldigte Hauptverdächtige habe zeitweise auch einen Kiosk in Brakel im Kreis Höxter geführt. 

Auch der rund zehn Jahre zurückliegende Mord an der 21-jährigen Schwesternschülerin Frauke Liebs in Paderborn ist der Staatsanwaltschaft zufolge "ein Prüffall". Hinweise auf einen Zusammenhang mit dem festgenommenen Paar gebe es aber bislang "definitiv nicht". Nach Einschätzung des Staatsanwalts ist ein Zusammenhang "eher unwahrscheinlich". 

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