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Folter in Höxter: mindestens sechs misshandelte Frauen

Ermittler gehen neuen Spuren nach  

Höxter: mindestens sechs misshandelte Frauen

09.05.2016, 15:13 Uhr | dpa

Folter in Höxter: mindestens sechs misshandelte Frauen. In diesem Wohnhaus in Höxter-Bosseborn soll das beschuldigten Ehepaar mehrere Frauen grausam misshandelt haben. (Quelle: dpa)

In diesem Wohnhaus in Höxter-Bosseborn soll das beschuldigten Ehepaar mehrere Frauen grausam misshandelt haben. (Quelle: dpa)

Nach den tödlichen Misshandlungen zweier Frauen in Höxter weitet sich der Kreis betroffener Opfer aus. Die Ermittler konnten bislang deutschlandweit vier weitere Frauen identifizieren. 

Diese sollen von den beiden heute 46 und 47 Jahre alten Tatverdächtigen in den vergangenen Jahren misshandelt worden sein. Die Polizei habe Kontakt zu den Opfern aufgenommen, teilten die Bielefelder Beamten am Montag mit.

Unter den vier lebenden Frauen ist auch der Fall einer 51-Jährigen aus dem Großraum Berlin, über den die Polizei bereits in der vergangenen Woche informiert hatte. Von sich aus habe sich kein weiteres Opfer gemeldet, sagte eine Sprecherin.

Weitere Misshandlungen möglich

Die Zahl der Telefon-Hinweise zu dem Fall stieg inzwischen auf 50. Zudem ergaben sich aus den Ermittlungen heraus neue Hinweise, dass neben den vier Frauen weitere Misshandlungen stattgefunden haben. Die Identitäten dieser Frauen seien aber noch nicht abschließend geklärt, hieß es.

Der 46 Jahre alte Beschuldigte hatte zusammen mit seiner 47 Jahre alten Ex-Frau jahrelang Frauen per Kontaktanzeige nach Höxter-Bosseborn gelockt. Auf dem Gehöft in Ostwestfalen sollen sie die Frauen gequält und körperlich misshandelt haben. Zwei Opfer aus Niedersachsen kamen dabei ums Leben.

Ermittlungen an früheren Wohnorten 

Laut Staatsanwaltschaft arbeiten sich die Ermittler auch in den Zeitraum von 1999 bis 2010 vor, der bislang weitgehend im Dunkeln liegt. So wurden inzwischen die Wohnorte des Paares der letzten Jahre ermittelt. Der Sprecher wollte diese aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen.

Bekannt ist, dass beide zuvor im lippischen Schlangen, 50 Kilometer von Höxter entfernt, gewohnt hatten. Der beschuldigte Hauptverdächtige habe zeitweise auch einen Kiosk in Brakel im Kreis Höxter geführt. 

Auch der rund zehn Jahre zurückliegende Mord an der 21-jährigen Schwesternschülerin Frauke Liebs in Paderborn ist der Staatsanwaltschaft zufolge "ein Prüffall". Hinweise auf einen Zusammenhang mit dem festgenommenen Paar gebe es aber bislang "definitiv nicht". Nach Einschätzung des Staatsanwalts ist ein Zusammenhang "eher unwahrscheinlich".

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