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Fünf Polizisten bei Protestmarsch in Dallas erschossen

Zeuge spricht von Hinrichtung  

Fünf Polizisten in Dallas von Scharfschützen erschossen

08.07.2016, 12:24 Uhr | AFP, rtr

Fünf Polizisten bei Protestmarsch in Dallas erschossen. Noch immer suchen Spezialeinheiten nach möglichen Bomben in Dallas. (Quelle: AP/dpa)

Noch immer suchen Spezialeinheiten nach möglichen Bomben in Dallas. (Quelle: AP/dpa)

Nach einem Angriff mehrerer Scharfschützen auf Polizisten in Dallas hat sich die Zahl der Todesopfer auf fünf erhöht. Die Beamten wurden bei einer Demonstration gegen Polizeigewalt erschossen - ein Augenzeuge filmte eine regelrechte Hinrichtung. Einer der mutmaßlichen Schützen ist Medienberichten zufolge ebenfalls tot. 

Der Mann hatte sich zuvor einen Schusswechsel mit der Polizei geliefert und gedroht, dass in der Stadt Bomben versteckt seien. Einsatzkräfte suchen nach mehreren Sprengsätzen. "Er hat gesagt, er wird mehr von uns töten", sagte Polizeichef David Brown vor der Presse in Dallas. Laut Angaben des Senders CBS brachte der Mann sich selbst um.

Die Polizei nahm drei Verdächtige fest, darunter eine Frau. Sie wurde nach offiziellen Angaben in dem Parkhaus gefasst, in der sich der vierte Verdächtige verschanzt hat. Ein Mann stellte sich selbst, nachdem ein Fahndungsfoto veröffentlicht wurde. Er kam jedoch später wieder auf freien Fuß.

Ein weiterer Verdächtiger sei nach einer Schießerei mit Spezialkräften der Polizei gestellt worden. In der Nähe seines Standortes sei ein verdächtiges Paket gefunden worden, 

Die Polizei in Dallas teilte mit, dass sechs weitere Beamte verletzt worden seien, zwei von ihnen schwer. Außerdem sei ein Zivilist verletzt worden. Die Heckenschützen hatten offenbar von erhöhten Positionen aus mit Scharfschützengewehren auf die Beamten gezielt und zehn von ihnen getroffen - zum Teil in den Rücken.

Augenzeuge filmte einen der Schützen

"Die Schüsse kamen vom Dach", sagte ein Demonstrant dem Sender KTVT. Die Polizei rief die Demonstranten auf, das Gebiet zu verlassen.

"Da waren Schwarze, Weiße, Latinos, alle", berichtete ein Teilnehmer der Demonstration. Plötzlich seien Schüsse gefallen. "Wir dachten, die schießen auf uns. Es war das totale Chaos." Ein Augenzeuge filmte aus einem Hotel heraus einen der Schützen. Als sich ein Polizist dem Mann genähert habe, habe dieser den Beamten regelrecht hingerichtet, sagte Ismael Dejesus, dessen Aufnahmen von CNN veröffentlicht wurden.

Bürgermeister Mike Rawlings sprach von einem "herzzerreißenden Moment" für Dallas. "Wir (...) müssen zusammenkommen, die Waffen wegschließen und die Wunden heilen, die wir manchmal fühlen", sagte Rawlings.

Proteste gegen neue Fälle von Polizeigewalt

Zuvor habe es friedliche Proteste gegeben. Auslöser der landesweiten Demonstrationen waren zwei Fälle von tödlicher Polizeigewalt. In weniger als 48 Stunden waren in den USA zwei Afroamerikaner durch Polizeischüsse getötet worden. Am Mittwoch wurde der 32-jährige Philando Castile während einer Polizeikontrolle im Bundesstaat Minnesota erschossen.

Seine Freundin nahm die schockierenden Momente mit dem Handy auf. Im Bundesstaat Louisiana wurde der 37-jährige Alton Sterling von der Polizei durch Schüsse in die Brust getötet. Nach den Vorfällen waren Rassismus-Vorwürfe gegen die US-Polizei laut geworden.

Präsident Barack Obama äußerte sich besorgt. "Es handelt sich nicht um Einzelfälle", sagte er bei der Ankunft in Warschau, wo er an einem Nato-Gipfel teilnimmt. In der Strafjustiz werde zwischen Hautfarben unterschieden.

Wegen Polizeigewalt gegen Schwarze in Städten wie Ferguson, Baltimore oder New York kommt es in den USA seit zwei Jahren immer wieder zu Protesten. Besonders groß ist die Empörung, wenn beteiligte Beamte in Prozessen freigesprochen werden oder gar niemand angeklagt wird. "Wir leben in einer rassistischen Gesellschaft, in der die Menschenleben von Schwarzen keine Rolle spielen", sagte der Demonstrant Thomas Michaels in der Stadt St. Paul in Minnesota.

 (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

US-Präsident Barack Obama, der am Abend zuvor seine Sorge über die Polizeigewalt geäußert hatte, erklärte zu den Angriffen in Dallas, dass es dafür keine denkbare Rechtfertigung gebe. Amerika sei entsetzt über die Attacke, sagte er am Rande des Nato-Gipfels in Warschau. Zudem versicherte der Präsident: "Jeder, der an diesen schrecklichen Morden beteiligt war, wird zur Rechenschaft gezogen werden."

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