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Fünf Polizisten in Dallas von Scharfschützen erschossen

Tat sorgfältig vorbereitet  

Fünf Polizisten in Dallas von Scharfschützen erschossen

08.07.2016, 14:54 Uhr | rtr, dpa, AP

Fünf Polizisten in Dallas von Scharfschützen erschossen. Polizeieinsatz in Dallas, Texas. Fünf Beamte sind durch Schüsse von Scharfschützen gestorben. (Quelle: AP/dpa)

Polizeieinsatz in Dallas, Texas. Fünf Beamte sind durch Schüsse von Scharfschützen gestorben. (Quelle: AP/dpa)

Gegen Ende einer Protestaktion gegen Polizeigewalt in Dallas haben Scharfschützen gezielt auf Polizisten geschossen und fünf Beamte getötet. Sieben weitere und zwei Passanten seien bei den Angriffen verletzt worden, teilte die Polizei in der texanischen Stadt mit.

Einer der mutmaßlichen Täter verschanzte sich in einem Parkhaus in der Innenstadt und lieferte sich auch in der Nacht immer wieder Schusswechsel mit der Polizei. Diese tötete ihn schließlich mit einem Sprengsatz, den ein Roboter in seine Nähe brachte, wie Polizeichef David Brown sagte. Der Mann gab demzufolge an, gezielt Weiße töten zu wollen. Drei Personen sind in Gewahrsam, darunter soll eine Frau sein.

Nach Angaben der Polizei von Dallas hatten die Täter ihren Angriff sorgfältig vorbereitet und setzten Scharfschützengewehre ein. Zum Teil hätten sie aus einer erhöhten Position heraus geschossen. Der Verdächtige, der sich dem Parkhaus verschanzte, drohte mit der Tötung weiterer Beamter und erklärte, in dem Gebäude und in der ganzen Innenstadt seien Sprengsätze deponiert.

Regelrechte Hinrichtung

Ein Augenzeuge filmte aus einem Hotel heraus einen der Schützen. Als sich ein Polizist dem Mann genähert habe, habe dieser den Beamten regelrecht hingerichtet, sagte Ismael Dejesus, dessen Aufnahmen von CNN veröffentlicht wurden.

Am Donnerstagabend hatten sich in mehreren Großstädten in den USA zahlreiche Demonstranten weitgehend friedlich versammelt, um gegen Polizeigewalt zu protestieren. Auslöser waren zwei Vorfälle in Minnesota und Louisiana, wo in dieser Woche zwei Schwarze von Polizisten erschossen worden waren. Die Fälle sorgten landesweit für Empörung. Auch Präsident Barack Obama äußerte sich entsetzt. "Es handelt sich nicht um Einzelfälle", sagte er in Warschau, wo er am Nato-Gipfel teilnimmt. Über die jüngsten Entwicklungen in Dallas lasse er sich unterrichten, sagte sein Sprecher.

Bürgermeister Mike Rawlings forderte die Bewohner der Stadt auf, sich vom Tatort fernzuhalten. Weite Bereiche der Innenstadt, wo sich viele Firmensitze, Gerichtsgebäude und Restaurants befinden, waren abgesperrt. Die Luftfahrtbehörde FAA richtete eine Flugverbotszone ein. Zahlreiche Polizeihubschrauber waren im Einsatz. Im Ballungsraum von Dallas und der Nachbarstadt Fort Worth leben mehr als sieben Millionen Menschen.

"Wir leben in einer rassistischen Gesellschaft"

Wegen Polizeigewalt gegen Schwarze in Städten wie Ferguson, Baltimore oder New York kommt es in den USA seit zwei Jahren immer wieder zu Protesten. Besonders groß ist die Empörung, wenn beteiligte Beamte in Prozessen freigesprochen werden oder niemand angeklagt wird. "Wir leben in einer rassistischen Gesellschaft, in der die Menschenleben von Schwarzen keine Rolle spielen", sagte der Demonstrant Thomas Michaels in der Stadt St. Paul in Minnesota.

 (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

Das Thema dürfte auch im Wahlkampf eine Rolle spielen. So erklärte die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton bereits am Mittwoch, Vorfälle wie in Louisiana beschädigten das Vertrauensverhältnis zwischen den Bürgern und der Polizei. Viele Amerikaner hätten den Eindruck, sie würden wegen ihrer Hautfarbe weniger wertgeschätzt als andere. Nach einer Zählung der "Washington Post" sind in diesem Jahr mindestens 509 Menschen von der Polizei erschossen worden, darunter 123 Schwarze.

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