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Dallas: Attentäter wollte weiße Polizisten töten

Schüsse in Dallas  

Attentäter wollte weiße Polizisten töten

08.07.2016, 19:39 Uhr | dpa , AFP , rtr

Dallas: Attentäter wollte weiße Polizisten töten. Polizeieinsatz in Dallas: Ein Attentäter hatte sich in einem Parkhaus verschanzt und über Stunden Schusswechsel mit den Einsatzkräften geliefert. (Quelle: AP/dpa)

Polizeieinsatz in Dallas: Ein Attentäter hatte sich in einem Parkhaus verschanzt und über Stunden Schusswechsel mit den Einsatzkräften geliefert. (Quelle: AP/dpa)

Nach den tödlichen Schüssen auf fünf Polizisten in der US-Stadt Dallas hat der später getötete Verdächtige gesagt, er habe Weiße - insbesondere weiße Polizisten - umbringen wollen. Das berichtete Polizeichef David Brown. 

Die Polizei hatte sich über mehrere Stunden einen Schusswechsel mit dem Scharfschützen geliefert. Schließlich töteten die Einsatzkräfte den Todesschützen mit Hilfe eines Sprengsatzes, den ein Bombenroboter in die Nähe des Täters transportiert hatte.   

Widersprüchliche Aussagen des Täters 

Über das Tatmotiv des Scharfschützen rätseln die Beamten noch: Zum einen sei der Attentäter wohl über die jüngsten Fälle von tödlichen Schüssen auf Schwarze durch weiße Polizisten aufgebracht gewesen.

Allerdings habe der Mann sich auch gegen die Bürgerrechtsbewegung "Black Lives Matter" gestellt. Darüber hinaus habe er gesagt, er sei kein Mitglied einer Terrororganisation, sondern handele alleine - obwohl es vermutlich noch weitere Schützen gab, teilte Brown weiter mit. "Nichts davon macht Sinn", sagte der Polizeichef.   

Hinweise auf Identität des Täters 

Bei dem Scharfschützen soll es sich nach ersten Informationen um um den 25-jährigen Micah Xavier Johnson handeln. Das berichten übereinstimmend die Sender CBS News und NBC News. Er lebte demnach in Mesquite bei Dallas. Das ist aber offiziell noch nicht bestätigt. 

Der Mann habe keine kriminelle Vergangenheit und keine bekannten Verbindungen zu terroristischen Gruppen, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses. 

Das Pentagon bestätigtete, dass J. von März 2009 bis April 2015 in der US-Armee diente, in einer Einheit für Tischlerei und Mauerhandwerk. Er wurde unter anderem von November 2013 bis Juli 2014 in Afghanistan eingesetzt und mehrfach ausgezeichnet. J. war Reservist. Unklar sei, ob er ein ausführliches Schießtraining erhalten habe. 

Der Scharfschütze war bei dem Vorfall in Dallas mit einem Gewehr und einer Pistole bewaffnet, außerdem soll er gepanzerte Schutzkleidung getragen haben.

Mutmaßlicher Attentäter mit Sprengsatz getötet  

Die tödlichen Schüsse fielen nach einer Protestaktion gegen Polizeigewalt in Dallas. Mehrere Täter hatten einen Angriff vorbereitet, sich auf Dächern versteckt und mit Scharfschützengewehren auf Polizeibeamte geschossen, die bei der Demonstration eingesetzt waren. Dabei wurden fünf Beamte erschossen, sieben weitere Polizisten sowie zwei Zivilisten verletzt. 

Einer der Täter verschanzte sich anschließend in einem Parkhaus und lieferte sich auch in der Nacht immer wieder Schusswechsel mit der Polizei. Er drohte mit der Tötung weiterer Beamter und erklärte, in dem Gebäude und in der ganzen Innenstadt seien Sprengsätze deponiert.   

Die Sicherheitskräfte töteten den Mann schließlich mit einem Sprengsatz, der an einem Roboter befestigt war.  

Weitere Verdächtige festgenommen  

Drei weitere Personen waren zuvor bereits festgenommen worden, darunter eine Frau. Sie zeigten sich bei den Ermittlungen nicht kooperativ, erklärte Bürgermeister Mike Rawlings im Sender CBS. Die Polizei ist laut Rawlings weiter nicht sicher, ob sie alle beteiligten Täter ausfindig machen konnte.  

Die Polizei ermittle derzeit mit größtem Druck weiter, solange würden keine weiteren Details zum Tathergang oder den anderen Festgenommenen mitgeteilt werden, sagte Brown.

Friedlicher Protest gegen Rassismus 

Bei der Protestaktion in Dallas handelte es sich um eine friedliche Demonstrationen wegen der jüngsten Polizeigewalt gegen Afroamerikaner. Anlass war der Tod von zwei Schwarzen, die innerhalb von zwei Tagen von Polizisten erschossen worden waren.  

 (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

In Baton Rouge im US-Bundesstaat Louisiana hatten zwei Polizisten den 37-jährigen Alton Sterling auf einem Parkplatz zu Boden gezwungen und ihn aus nächster Nähe erschossen. Tags darauf starb der 32 Jahre alte Philando Castile in Falcon Heights im Bundesstaat Minnesota im Krankenhaus, nachdem ein Polizist bei einer Fahrzeugkontrolle auf ihn geschossen hatte.

Der Gouverneur von Minnesota räumte Rassismusprobleme ein. "Wäre das passiert, wenn die Insassen weiß gewesen wären? Ich denke nicht", sagte Mark Dayton. "Ich denke, wir alle in Minnesota müssen eingestehen, dass diese Form von Rassismus existiert."

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