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München:: Amokläufer zahlte 4350 Euro für seine Waffe

Ermittlungen gegen Waffen-Dealer  

Münchner Amokläufer zahlte 4350 Euro für seine Pistole

17.08.2016, 16:56 Uhr | dpa

München:: Amokläufer zahlte 4350 Euro für seine Waffe. Das Zollfahndungsamt Frankfurt präsentiert die Metallkiste mit Schusswaffen, die Ermittler in Köln sichergestellt hatten. (Quelle: dpa)

Das Zollfahndungsamt Frankfurt präsentiert die Metallkiste mit Schusswaffen, die Ermittler in Köln sichergestellt hatten. (Quelle: dpa)

Der Amokschütze von München zahlte für seine Tatwaffe und die dazugehörige Munition insgesamt 4350 Euro. Das haben Ermittlungen ergeben, nachdem die Polizei den mutmaßlichen Verkäufer der Pistole am Dienstag festgenommen hatte.

Die Polizei habe bei dem in Marburg gefassten Mann noch weitere Waffen gefunden, sagte der Sprecher der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft, Alexander Badle, auf einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main. Der 31-Jährige habe in der Vernehmung auf eine in Köln an einer Verkehrsinsel vergrabene Kiste hingewiesen. Darin hätten sich eine Maschinenpistole, vier halbautomatische Pistolen und Munition befunden. Bei der Tatwaffe des Amokläufers von München hatte es sich um eine Pistole Modell Glock 17 gehandelt.

Der 18-Jährige hatte am 22. Juli neun Menschen und sich selbst getötet. 36 Menschen wurden bei dem Amoklauf verletzt. Inzwischen ist den Angaben zufolge niemand von ihnen mehr im Krankenhaus.

Verdächtiger lebte von den Waffenverkäufen

Der Marburger Waffen-Dealer sollte noch an diesem Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden. Zu einem möglichen Strafmaß wollte sich die Staatsanwaltschaft mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht äußern.

Die Pistole, die der 31-Jährige bei seiner Festnahme am Dienstag bei sich trug, war illegal. Der arbeitslose Verkäufer habe nach ersten Erkenntnissen seinen Lebensunterhalt mit den illegalen Waffengeschäften finanziert, teilten die Ermittler mit.

Die 31 Jahre alte Lebensgefährtin des Festgenommenen ist inzwischen wieder auf freiem Fuß. Es habe keine konkreten Anhaltspunkte gegeben, dass sie unmittelbar in das Waffengeschäft eingebunden war.

Wie die Polizei dem Waffen-Dealer auf die Schliche kam

Der illegale Handel mit scharfen Waffen verlagert sich nach Einschätzung der Ermittler zunehmend ins Internet. Die Täter glaubten, dort im sogenannten Darknet anonym tätig sein zu können, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, Günter Wittig. "Der Erfolg am heutigen Tag zeigt jedoch, dass es nicht so ist", sagte er mit Blick auf die Festnahme in Marburg.

Ausgangspunkt für das Ergreifen des mutmaßlichen Waffenlieferanten waren Ermittlungen gegen einen 62-jährigen Buchhalter aus Nordrhein-Westfalen und einen 17-jährigen Schüler aus Nordhessen. Beide stehen in Verdacht, bei dem Marburger Schusswaffen und Munition erworben zu haben.

Der mutmaßliche Waffenhändler und der 17-Jährige wickelten laut Staatsanwaltschaft ihre Geschäfte über Gitarrenkoffer ab. Die Freundin des Waffenverkäufers habe den Gitarrenkoffer mit den Waffen abgestellt - im Tausch gegen einen leeren Instrumentenkoffer. Es gebe keine Erkenntnisse, dass der Jugendliche die Waffen habe einsetzen wollen.

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