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Anschläge in Dresden: Polizei vermutet fremdenfeindliches Motiv

Selbstgebaute Bomben gefunden  

Zwei Sprengstoffanschläge erschüttern Dresden

27.09.2016, 14:16 Uhr | t-online.de, dpa, AFP

Anschläge in Dresden: Polizei vermutet fremdenfeindliches Motiv. Sprengstoffanschlag auf eine Moschee in Dresden. (Quelle: dpa)

Sprengstoffanschlag auf eine Moschee in Dresden. (Quelle: dpa)

In Dresden sind vor einer Moschee und dem internationalen Kongresszentrum zwei Sprengstoffanschläge verübt worden. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt.

"Auch wenn uns bislang kein Bekennerschreiben vorliegt, müssen wir von einem fremdenfeindlichen Motiv ausgehen", teilte die Polizei in Dresden mit. Die Beamten wurden am Montagabend um 21.53 Uhr und um 22.19 Uhr über die Detonationen informiert. Die beiden Anschlagsorte liegen etwa drei Kilometer voneinander entfernt.

Tillich verurteilt Anschlag "aufs Schärfste"

Von den Sprengstoffanschlägen bis zur Erstinformation der Polizei vergingen dennoch rund zehn Stunden. Ein Sprecher erklärte das mit den nötigen Ermittlungen. Die Moschee hatte bereits am Vorabend über die Anschläge auf ihrer Facebook-Seite informiert.

Pegida-Chef Lutz Bachmann meldete sich ebenfalls via Facebook-Beitrag. "Hintergrund eventuell eine Terrorwarnung für Dresden am 3. Oktober, um Demos komplett zu untersagen?" mutmaßte er. Das islamfeindliche Pegida-Bündnis plant für diesen Tag eine Demonstration in der Stadt.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat den "feigen Anschlag" in Dresden "auf das Schärfste" verurteilt. "Dies ist nicht nur ein Anschlag auf die Religionsfreiheit und die Werte einer aufgeklärten Gesellschaft, sondern hier wurde auch bewusst der Tod von den in der Moschee lebenden Menschen in Kauf genommen", sagte er.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) äußerte sich ähnlich. Es sei "umso empörender", da der Angriff auf eine Moschee einen Tag vor dem Festakt zum zehnjährigen Bestehen der Deutschen Islamkonferenz (DIK) verübt worden sei, sagte der Minister.

Glücklicherweise keine Verletzten

Vor Ort fanden Polizisten Reste von selbstgebauten Sprengsätzen. In der Moschee waren zum Zeitpunkt der Explosion ein Imam mit seiner Frau und zwei Kindern. Die Druckwelle zerstörte die Tür zur Moschee, am Gebäude entstanden zudem massive Verrußungen.

Nur wenig später fand die zweite Explosion statt. Im Kongresszentrum musste eine Hotelbar evakuiert werden. Auch hier wurden Reste eines selbstgebauten Sprengsatzes gefunden.

Moscheen werden künftig bewacht

Laut Polizeipräsident Horst Kretzschmar stehen die Anschläge in zeitlichem Zusammenhang. "Gleichzeitig sehen wir auch eine Verbindung zu den Feierlichkeiten anlässlich des Tages der deutschen Einheit am kommenden Wochenende", so Kretzschmar weiter.

Zur zentralen Einheitsfeier werden in Dresden hunderttausende Besucher erwartet. "Brücken bauen" - so lautet das Motto in diesem Jahr. Am 3. Oktober werden unter anderem Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu den Feierlichkeiten in der Stadt erwartet. 

Kurz nach den Attentaten stimmte die Polizei den verstärkten Schutz sämtlicher Dresdner Moscheen ab. Sie werden künftig bewacht. Man arbeite ab sofort im Krisenmodus, so Kretzschmar. In der Nacht waren über 50 Polizisten im Einsatz. Das Operative Abwehrzentrum hat die Ermittlungen aufgenommen.

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