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Freienfels: 43-Jähriger lebte Jahrzehnte lang in Isolation

Polizei ermittelt gegen Eltern  

43-Jähriger lebte Jahrzehnte lang in Isolation

05.10.2016, 13:22 Uhr | dpa

Freienfels: 43-Jähriger lebte Jahrzehnte lang in Isolation. Das Ortsschild der Ortschaft Freienfels im Kreis Bayreuth. (Quelle: dpa)

Das Ortsschild der Ortschaft Freienfels im Kreis Bayreuth. (Quelle: dpa)

Die Polizei hat in Oberfranken einen 43-jährigen Mann entdeckt, der Jahrzehnte lang in seinem Elternhaus von der Außenwelt abgeschottet wurde. Der Mann befindet sich nun in Therapie, gegen die Eltern wird ermittelt.

"Ihm geht es den Umständen entsprechend, er wird durch unser qualifiziertes Personal versorgt", sagte ein Sprecher des Bezirks Oberfranken am Mittwoch. Die Polizei hatte den Mann aus dem Hollfelder Ortsteil Freienfels im Landkreis Bayreuth ins Bezirkskrankenhaus gebracht.

"Die Therapie wird bis auf Weiteres in unserem Hause durch unser spezialisiertes Team von Ärzten, Therapeuten und Pflegekräften erfolgen", so der Sprecher. Weitere Auskünfte gaben der Bezirk und der zuständige Arzt zunächst nicht.

Mann konnte sich im Haus frei bewegen

Der Mann konnte sich nach bisherigen Erkenntnissen in dem Haus relativ frei bewegen. Er sei nicht angekettet oder fixiert gewesen. Bei seiner Einweisung mit dem Rettungsdienst Ende September habe der Mann nicht mitgehen wollen. "Er hat sich anscheinend da gut aufgehoben gefühlt", sagte der Sprecher. Gewalt habe die Polizei aber nicht anwenden müssen. "Wir konnten das kommunikativ lösen."

Die Polizei weiß nach eigenen Angaben noch nicht genau, ob seine Eltern den 43-Jährigen gegen seinen Willen festgehalten hatten oder ob er die Möglichkeit hatte, das Anwesen zu verlassen, dies aber nicht wollte. Der Mann sei verwahrlost, aber nicht unterernährt gewesen.

Die Beamten ermitteln gegen die Eltern wegen Körperverletzung durch Unterlassung und Freiheitsberaubung. Ob dieser Verdacht aber haltbar sei, stehe noch nicht fest. Die Polizei bezeichnet den Fall als persönliche Tragödie.

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