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So überwältigten Syrer den Terrorverdächtigen aus Chemnitz

Syrer überwältigten Terrorverdächtigen  

"Wir konnten nicht zulassen, dass er Deutschen etwas antut"

11.10.2016, 12:06 Uhr | t-online.de, dpa

So überwältigten Syrer den Terrorverdächtigen aus Chemnitz. Ein Absperrband versperrt den Zugang zu einem Haus im Stadtteil Paunsdorf in Leipzig, wo die Polizei den Terrorverdächtigen Jaber Albakr festgenommen hat. (Quelle: dpa)

Ein Absperrband versperrt den Zugang zu einem Haus im Stadtteil Paunsdorf in Leipzig, wo die Polizei den Terrorverdächtigen Jaber Albakr festgenommen hat. (Quelle: dpa)

Seit gestern ist der mutmaßliche IS-Terrorist Dschaber al-Bakr gefasst. Syrische Flüchtlinge hatten den Gesuchten festhalten können, bevor die Polizisten zugriffen. Einer der Männer hat nun über die Stunden vor der Festnahme gesprochen.

Al-Bakr wollte sich demnach freikaufen, nachdem ihn seine Landsleute gefesselt hatten. "Er hat versucht, uns mit Geld zu bestechen", sagte Mohammed A. dem Sender RTL. Der "Bild"-Zeitung berichtete der 36-jährige Mann, der Verdächtige habe ihm und seinem Freund 1000 Euro und 200 Dollar für seine Freilassung geboten. Das Geld habe al-Bakr neben einem Messer in einem Rucksack aufbewahrt gehabt.

"Wir haben ihm gesagt: 'Du kannst uns soviel Geld geben wie du willst - wir lassen dich nicht frei!' Dann haben wir ein Stromkabel geholt und ihn gefesselt", zitiert RTL Mohammed A. "Ich war total wütend auf ihn. So etwas akzeptiere ich nicht. Gerade hier in Deutschland, dem Land, das uns die Türen geöffnet hat." Auch gegenüber der "Bild" begründete der Syrer sein Handeln: "Ich bin Deutschland so dankbar, dass es uns aufgenommen hat. Wir konnten nicht zulassen, dass er Deutschen etwas antut." 

Zeuge: Al-Bakr kam schon Samstag nach Leipzig

Al-Bakr soll laut Mohammed A. schon am Samstag in einem Online-Netzwerk syrischer Flüchtlinge nach einem Schlafplatz in Leipzig gesucht haben. Der 22-Jährige habe geschrieben, er suche dringend eine Unterkunft und befinde sich am Leipziger Hauptbahnhof.

"Wir sind dann hingefahren und haben ihn mitgenommen. Wir waren erst bei einem Freund in dessen Wohnung, haben dort Reis mit Lammfleisch gegessen. Dann sind wir zu einem anderen Kumpel gefahren, weil es dort mehr Platz gab. Dort hat der Terrorist übernachtet", sagte Mohammed A. der "Bild".

Nachdem er am Sonntag al-Bakr auf dessen Wunsch die Haare abgeschnitten habe, sahen Mohammed A. und ein Freund den Schilderungen zufolge auf Facebook Fahndungsaufrufe nach dem flüchtigen Terroristen. Al-Bakr habe ihnen erzählt, er sei gerade erst aus Syrien angekommen, hätte in Leipzig Aussicht auf einen Job. Doch seine Landsmänner hätten ihm nicht mehr geglaubt.

Als al-Bakr sich am Sonntagabend wieder schlafen gelegt habe, hätten sie ein Foto von ihm auf Facebook gepostet und mit anderen Syrern diskutiert, ob er der gesuchte Terrorist sei. Dann hätten sie ihn mit mehreren Verlängerungskabeln gefesselt und die Polizei informiert.

Der Anruf sei aufgrund von Verständigungsproblemen erfolglos geblieben, berichtet der "Spiegel". Deshalb sei Mohammed A. mit einem Foto des mutmaßlichen Terroristen zu einem Polizeirevier gefahren - darauf sei zu sehen, wie einer der Flüchtlinge den Gesuchten auf einem Sofa im Schwitzkasten hält. Daraufhin reagierten die Beamten.

Merkel und Tillich danken "verantwortungsbewussten" Mitbürger

Bundeskanzlerin Angela Merkel dankte dem Syrer, der den entscheidenden Hinweis für die Festnahme gegeben habe. Auch der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich lobte Mohammed A. als "mutigen und verantwortungsbewussten" Mitbürger.

Nach einem Hinweis des Verfassungsschutzes hatte die Polizei am Samstag in Chemnitz eine Anti-Terror-Razzia durchgeführt. Die Beamten stellten dabei in einer Wohnung 1,5 Kilogramm hochexplosiven Sprengstoff sicher. Der verdächtige Albakr konnte allerdings entkommen.

Er sollte offenbar im Auftrag des IS die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland angreifen, wie der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, der ARD mitteilte. "Wir hatten nachrichtendienstliche Hinweise, dass er zunächst einmal Züge in Deutschland angreifen wollte. Zuletzt konkretisierte sich dies mit Blick auf Flughäfen in Berlin."

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