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Kronshagen bei Kiel: Frau vor Klinik in Brand gesteckt

Grauenhafte Szenen bei Kiel  

Frau vor Klinik in Brand gesteckt

08.12.2016, 07:10 Uhr | dpa

Kronshagen bei Kiel: Frau vor Klinik in Brand gesteckt. Eine Kriminalbeamtin untersucht am Tatort ein Stück Stoff. (Quelle: dpa)

Eine Kriminalbeamtin untersucht am Tatort ein Stück Stoff. (Quelle: dpa)

Eine Frau ist auf dem Gehweg vor einer Klinik in Kronshagen bei Kiel angezündet worden. Kurze Zeit später wurde in Tatortnähe ein 41 Jahre alter Mann festgenommen. Die Frau erlag am Abend ihren schweren Verletzungen.

Das Opfer habe am ganzen Körper gebrannt, sagte ein Polizeisprecher. "Man konnte nicht mehr erkennen, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt." Die Schwerverletzte wurde zunächst ins Krankenhaus gebracht, wo sie am Abend verstarb, wie die Polizei mitteilte.

Nachdem der Täter sein Opfer mit einer bislang unbekannten Flüssigkeit übergossen und in Brand gesetzt hatte, lief die Frau davon. Sie überquerte noch die Straße vor der Klinik. Dann kamen ihr nach ersten Erkenntnissen der Polizei Passanten zu Hilfe und löschten das Feuer.

Mordkommission übernimmt Ermittlungen

Der Tatverdächtige lief zunächst weg, wurde von Einsatzkräften aber schnell in der Nähe des Tatortes festgenommen. Es ist laut Polizei der 41 Jahre alte von dem Opfer getrennt lebende Ehemann. Die beiden wohnten demnach seit vielen Jahren in Kiel. Hintergründe und Motive stehen noch nicht abschließend fest.

"Eine Beziehungstat kann jedoch angenommen werden", heißt es in der Polizeimitteilung. Die Kieler Mordkommission ermittelt. Der Tatverdächtige befindet sich in Gewahrsam.  

Es gebe zwischen 10 und 20 Zeugen des Geschehens. Das Areal wurde von der Polizei weiträumig abgesperrt. Die Ermittler sichteten Beweisstücke wie ein Haarband und eine Mütze, die auf dem Gehweg lagen.

"Die Frau hat lichterloh gebrannt"

Eine Passantin beobachtete das schreckliche Geschehen aus der Nähe. Sie habe einen Mann und eine Frau und auch Flammen gesehen. "Da war mir klar, da zündet jemand die Frau an."

Die Augenzeugin sei in das Klinikum gerannt und habe die Polizei sowie den Notarzt alarmiert. "Die Frau hat lichterloh gebrannt." Passanten hätten zunächst versucht, die Flammen mit Decken zu ersticken. Schließlich sei ein Mann mit Feuerlöscher herbeigestürmt. "Das war eine gefühlte Ewigkeit, bis die Flammen aus waren."

Kinder in Pflegefamilie untergebracht

Zahlreiche Rettungskräfte waren im Einsatz. "Das werde ich mein Lebtag nicht vergessen", sagte die Augenzeugin. "Sie hat so geschrien." Als die Frau schließlich von den Einsatzkräften in den Rettungswagen geschoben wurde, habe das Opfer gerufen: "Meine Kinder, meine Kinder, was wird mit meinen Kindern?" Die beiden drei und sieben Jahre alten Kinder des Opfers wurden später vom Jugendamt in einer Pflegefamilie untergebracht.

In dem grausigen Fall sind noch viele Fragen offen. Augenzeugen berichteten davon, dass der mutmaßliche Täter sein Opfer gleich zweimal in Brand gesteckt haben soll - das zweite Mal kurz nachdem Retter die Flammen erstickt hatten. Dies kann die Polizei aber nicht bestätigen. "Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist sie einmal angezündet worden", sagt eine Polizeisprecherin.

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