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Anis Amri bot sich offenbar als Selbstmordattentäter an

Fingerabdrücke an Lkw gefunden  

Amri bot sich offenbar als Selbstmordattentäter an

22.12.2016, 12:11 Uhr | rtr, dpa, t-online.de

Anis Amri bot sich offenbar als Selbstmordattentäter an. Fahndungsfoto von Anis Amri, Ort des verheerenden Attentats in Berlin. (Quelle: dpa/Polizei)

Fahndungsfoto von Anis Amri, Ort des verheerenden Attentats in Berlin. (Quelle: Polizei/dpa)

Der mutmaßliche Attentäter von Berlin, der Tunesier Anis Amri, hat sich laut "Spiegel"-Informationen schon vor Monaten als Selbstmordattentäter angeboten. Das habe die Überwachung der Telekommunikation im Zuge von Ermittlungen der Behörden gegen mehrere Hassprediger ergeben. Durch Amris Fingerabdrücke, die Ermittler an der Fahrertür des Anschlags-Lkws gefunden haben sollen, scheinen sich zudem die Hinweise auf seine Täterschaft zu erhärten. 

Im Hinblick auf die Kommunikationsüberwachung, laut der sich Amri als Selbstmordattentäter angeboten haben soll, haben die Hinweise für seine Festnahme dem "Spiegel" zufolge nicht gereicht. Grund sei, dass seine Äußerungen zu verklausuliert gewesen seien.

Wie der WDR berichtet, soll Amri Kontakte zu dem Dortmunder Salafisten Boban S. gehabt und teilweise auch bei diesem gewohnt haben. S. wurde im November als Unterstützer des sogenannten Islamische Staates verhaftet.

Fingerabdrücke an der Fahrertür

Laut Rechercheverbund von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" haben Ermittler neben den im Lkw gefundenen Dokumenten von Amri auch dessen Fingerabdrücke an der Fahrertür der Zugmaschine sichergestellt. Bundesinnenminister Thomas de Maizière bestätigte dies.

Die Bundesregierung sieht es daher als zunehmend sicher an, dass Amri der Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz ist. De Maizière sagte, darauf deute die Auswertung von Spuren aus der Fahrerkabine des Tat-LKW hin.

Später Dokumenten-Fund 

Nach "Spiegel"-Informationen wurde das Ausweisdokument, das die Ermittler zuerst auf die Spur des Tunesiers brachte, offenbar erst am Dienstagnachmittag nach einer erneuten Untersuchung des Attentat-Lastwagens entdeckt - viele Stunden nach dem Anschlag am Montagabend. Kriminaltechniker, die unter anderem DNA-Spuren in der Fahrerkabine sichern sollten, hätten abwarten müssen, bis Suchhunde, sogenannte Mantrailer, an die Zugmaschine geführt wurden.

Weiteren Informationen des Nachrichten-Magazins zufolge hatten italienische Behörden den Tunesier 2016 zur schengenweiten Einreiseverweigerung ausgeschrieben. Er hätte dann nicht mehr in den Schengenraum einreisen dürfen.

Als Ägypter ausgegeben

Als Amri im April 2016 beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) einen Asylantrag stellte, gab er sich als Ägypter aus und behauptete, in Ägypten verfolgt zu werden. Auf Nachfragen der Behörde habe er jedoch so gut wie nichts über das Land sagen können. Ein Blick in das "Kerndatensystem" des Bamf offenbarte, dass er in Deutschland unter mehreren Identitäten und Geburtstagen registriert wurde. Innerhalb weniger Wochen wurde Amris Asylantrag damals als "offensichtlich unbegründet" abgelehnt.

Derzeit läuft die Fahndung nach Amri auf Hochtouren. Bei dem Anschlag mit einem Lkw auf dem Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche nahe dem Kurfürstendamm waren am Montag zwölf Menschen getötet und fast 50 weitere verletzt worden.

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