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Tunesien hatte Amris Abschiebung zugestimmt

Zwei Tage vor dem Anschlag  

Tunesien hatte Amris Abschiebung zugestimmt

26.12.2016, 14:46 Uhr | dpa

Tunesien hatte Amris Abschiebung zugestimmt. Foto aus einem Video, in dem sich der mutmaßliche Berlin-Attentäter Anis Amri zur Terrororganisation Islamischer Staat bekennt. (Quelle: AP/dpa)

Foto aus einem Video, in dem sich der mutmaßliche Berlin-Attentäter Anis Amri zur Terrororganisation Islamischer Staat bekennt. (Quelle: AP/dpa)

Das tunesische Außenministerium hat die Abschiebung des mutmaßlichen Attentäters von Berlin zwei Tage vor der Tat akzeptiert gehabt. Am Samstag vor dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt hätten die tunesischen Behörden ihr Einverständnis für die Abschiebung Anis Amris in sein Heimatland gegeben, sagte Sprecher Radhouane Ayara.

Zuvor sei seine Identität überprüft und bestätigt worden. Ein erster Abschiebungsversuch sei an einer falschen Identität gescheitert.

Papiere trafen zwei Tage nach dem Anschlag ein

"Tunesien hat das Abschiebeverfahren nach diplomatischem Brauch uneingeschränkt eingehalten". Das nordafrikanische Land reagierte damit auf Druck aus Deutschland, Abschiebungen schneller und in größerer Anzahl zuzustimmen.

Zuvor hatte der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger bereits berichtet, dass die für eine Abschiebung notwendigen Ausweispapiere aus Tunesien erst am Mittwoch in Deutschland eintrafen - zwei Tage nach der Bluttat.

Bei dem Lkw-Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz waren vergangenen Montag zwölf Menschen ums Leben gekommen. Der Terrorverdächtige Anis Amri war in der Nacht zum Freitag nach mehrtägiger Flucht in einem Mailänder Vorort in eine Polizeikontrolle geraten. Nachdem Amri das Feuer eröffnete, erschoss ihn einer der beiden Polizisten.

Die Islamisten-Basis Tunesien

Die junge Demokratie in Tunesien ist nach den arabischen Aufständen 2011 zu einer Basis für Dschihadisten geworden. Die meisten ausländischen Extremisten, die sich Terrorgruppen in Syrien, dem Irak und Libyen angeschlossen haben, kommen aus dem Land. Nach Schätzungen amerikanischer Denkfabriken kämpfen zwischen 6000 und 7000 Tunesier im Ausland aufseiten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder des Terrornetzwerks Al-Kaida.

Die Stadt und Provinz Kairouan, aus deren Nähe Amri kommt, und in der am Freitag die Polizei drei Männer - unter anderem seinen Neffen - festgenahm, gilt als Salafistenhochburg. Die Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern hat eine lange religiöse Tradition, zieht aber auch Radikale an.

So zeigen Fotos und Berichte, dass die Dschihadisten der Gruppe Ansar al-Sharia hier eine Konferenz abhielten, bei der sie die Flagge mit dem islamischen Glaubensbekenntnis hissten. Die Standarte wird heute mit der Terrormiliz IS in Verbindung gebracht.

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