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Anschlag in Berlin: Bremssystem des Lkw verhinderte mehr Opfer

Anschlag in Berlin  

Lkw-Bremsautomatik verhinderte wohl mehr Opfer

29.12.2016, 07:28 Uhr | AFP, dpa

Anschlag in Berlin: Bremssystem des Lkw verhinderte mehr Opfer. Die Zugmaschine, die am 19. Dezember in den Berliner Weihnachtsmarkt gelenkt wurde. (Quelle: dpa)

Die Zugmaschine, die am 19. Dezember in den Berliner Weihnachtsmarkt gelenkt wurde. (Quelle: dpa)

Bei dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt hat das automatische Bremssystem des Lkw offenbar eine noch höhere Zahl an Opfern verhindert. Das berichtet das Recherchenetzwerk von "Süddeutsche Zeitung" (SZ), NDR und WDR unter Berufung auf Ermittler.

Der Lastwagen sei demnach nur deshalb nach 70 bis 80 Metern zum Stehen gekommen, weil die Zugmaschine mit einem automatischen Bremssystem ausgerüstet war. Dieses reagiert auf einen Aufprall und betätigt dann automatisch die Bremsen. Zu diesem Ergebnis sei die Ermittlergruppe "City" gekommen, die unter Leitung des Generalbundesanwalts den Anschlag vom 19. Dezember auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche aufklären soll. Dabei hatte der Terrorist Anis Amri zwölf Menschen getötet.

"Diese Technik hat Leben gerettet", zitierten die Medien Berliner Regierungskreise. Bei einem ähnlichen Anschlag im französischen Nizza am 14. Juli 2016 waren auf der Uferpromenade mehr als 80 Passanten getötet worden.

Zunächst war spekuliert worden, der polnische Lastwagenfahrer könne dem Attentäter ins Lenkrad gegriffen und damit Schlimmeres verhindert haben. Offenbar wurde der Pole jedoch schon einige Zeit vor dem Anschlag durch einen Kopfschuss verwundet und war somit nicht mehr handlungsfähig. Er erlag seinen Verletzungen.

Amri im Fokus des Terror-Abwehrzentrums

Wie SZ, NDR und WDR weiter berichteten, beschäftigte sich das Gemeinsame Terrorismus-Abwehrzentrum (GTAZ) in Berlin zwischen Februar und November dieses Jahres mindestens siebenmal mit dem Attentäter Anis Amri. Interne Behördenunterlagen, die nur fünf Tage vor dem Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt entstanden, beschreiben demnach Amris Werdegang in Deutschland.

Demnach habe der Tunesier im Internet Anleitungen zum Bau von Rohrbomben und zur Herstellung von Sprengstoffen wie TNT gesucht. Zudem habe er offenbar schon im Februar Kontakt zur Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" gesucht und sich als Selbstmordattentäter angeboten. Mindestens zweimal sei im GTAZ die Frage diskutiert worden, ob Amri einen konkreten Anschlag in Deutschland plane. Beide Male sei dies als unwahrscheinlich eingestuft worden.

Amri hatte nach bisherigen Ermittlungen vor neun Tagen einen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gesteuert. In der Nacht zum Freitag wurde Amri nach mehrtägiger Flucht in einem Mailänder Vorort bei einer Polizeikontrolle getötet.

Kurz vor dem Anschlag Fotos verschickt

Amri hat einem "Focus"-Bericht zufolge zehn Minuten vor dem Anschlag in Berlin noch Sprachnachrichten und Fotos verschickt - möglicherweise an andere Islamisten. Das Magazin beruft sich dabei auf Berliner Sicherheitskreise. Amri soll demnach kurz vor dem Terroranschlag Nachrichten an Gesinnungsgenossen aus Berlin und dem Ruhrgebiet gesendet haben. Sie könnten in die Attentatspläne eingeweiht gewesen sein, hieß es.

Unter den Empfängern soll ein 40-jähriger Tunesier gewesen sein, der in Berlin festgenommen wurde. Zudem wurden seine Wohn- und Geschäftsräume durchsucht.

Auch in Italien hat es im Zuge der Ermittlungen mehrere Hausdurchsuchungen gegeben. Sie hätten sich auf Kontakte bezogen, die der Tunesier während seiner Zeit im Gefängnis in Italien geknüpft hatte, meldete die Nachrichtenagentur Ansa. Nachdem Amri 2011 als Flüchtling in das Land gekommen war, hatte er dort mehrere Jahre hinter Gittern gesessen. 

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