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Augsburg: Feuerwehrmann erschlagen – Nächste Festnahme im Fall

Polizei nennt Details zur Bluttat  

Attacke in Augsburg: "Der Angriff dauerte nur wenige Sekunden"

09.12.2019, 15:12 Uhr | dpa , AFP , aj , ds

Angriff in Augsburg: Polizei teilt weitere Erkenntnisse

Die tödliche Attacke auf einen Passanten in Augsburg erschütterte Ermittler und Öffentlichkeit. Vor allem moderne Technik führte aber zu einem raschen Fahndungserfolg. Die Polizei musste sich aber auch mit Kritik auseinandersetzen. (Quelle: dpa)

Gewaltsamer Tod eines Feuerwehrmanns in Augsburg: Die Polizei hatte zuletzt neue Erkenntnisse zur Tat mitgeteilt. (Quelle: dpa)


Nach dem tödlichen Angriff von jungen Männern auf einen Passanten in Augsburg haben Ermittler alle sieben Verdächtigen festgenommen. Geholfen hatten dabei Videoaufnahmen – und eine Spezialtruppe der Polizei.

Nach der Bluttat auf einen Feuerwehrmann in Augsburg sind alle Verdächtigen festgenommen worden. Unter anderem hatten Videoaufnahmen zu den Angreifern geführt. Gegen sechs der sieben Tatverdächtigen wurde Haftbefehl erlassen. Gegen den Hauptverdächtigen werde wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung ermittelt, hieß es von der Augsburger Staatsanwaltschaft. Den übrigen sechs werde Beihilfe zum Totschlag und gemeinschaftlich begangene Körperverletzung vorgeworfen.

Die Tatverdächtigen sind polizeibekannt

Zudem nannte die Polizei vor Journalisten weitere Details zur Tatnacht: Der getötete 49-jährige Feuerwehrmann war mit seiner Frau und einem befreundeten Paar am Freitagabend in der Augsburger Innenstadt auf dem Heimweg von einem Weihnachtsmarkt, als die Paare auf die Gruppe stießen. Aus noch ungeklärten Gründen kam es dann zum Streit. "Dann gab es einen Schlag, der Mann fiel zu Boden", sagte der Leiter der Augsburger Kriminalpolizei, Gerhard Zintl. Die Attacke sei unvermittelt von der Seite mit voller Wucht gewesen und habe zum Tod geführt. 

Die Gruppe der jungen Männer habe sich anschließend weiter bewegt und sei auf den 50 Jahre alten Begleiter des Opfers zugegangen, der seinem am Boden liegenden Bekannten zu Hilfe kommen wollte. Der 50-Jährige sei attackiert und im Gesicht schwer verletzt worden. Der Angriff habe "nur wenige Sekunden gedauert", sagte Zintl. Notärzte versuchten noch, den 49-Jährigen wiederzubeleben – jedoch ohne Erfolg: Der Mann starb im Rettungswagen.

Über den Inhalt des vorangegangenen Streits kann die Polizei derzeit keine Angeben machen. Ebenfalls keine Angaben machte die Kripo, ob die jungen Tatverdächtigen durch Alkohol oder Drogen bei der Tat berauscht gewesen waren. 

Bei dem mutmaßlichen Haupttäter handelt es sich nach Angaben des Innenministeriums um einen in Augsburg geborenen 17-Jährigen mit deutscher und weiteren Staatsangehörigkeiten. Der zweite Festgenommene ist ebenfalls in Augsburg geboren, 17 Jahre alt und hat eine südeuropäische Staatsbürgerschaft. Zu den anderen vier wurden zunächst keine Details verbreitet, außer dass es junge Männer sind.

Einige der mutmaßliche Täter seien bereits mit mehreren Delikten aufgefallen, zwei der Männer auch mit Körperverletzung, sagte Zintl. Nach dem Vorfall am Freitagabend waren auch Jugendbeamte unterwegs, die sich in der Szene gut auskennen. Eine wichtige Information zu den möglichen Täter bekamen die Ermittler in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Die Beamte seien in Clubs unterwegs gewesen und hätten dort einen Hinweis erhalten, der sich als sehr vielversprechend und richtig herausgestellt habe, sagte Zintl.
  

 
Polizei wehrt sich gegen Kritik

Die Polizei hatte bei ihren Ermittlungs- und Fahndungsarbeiten darauf verzichtet, mit einer Täterbeschreibung an die Öffentlichkeit zu gehen – "aus ermittlungstaktischen Gründen", wie es hieß. Die Ermittler verzichteten ebenfalls darauf, mit sichergestelltem Bild- und Video-Material an die Öffentlichkeit zu gehen. Dafür gab es Kritik: "Wir mussten in den letzten drei Tagen in den sozialen Medien teilweise unerträgliche Anfeindungen entgegen nehmen", sagte Augsburgs Polizeipräsident Michael Schwald.

Den Behörden sei Vertuschung vorgeworfen worden. "Das ist nicht der Fall", betonte er. "Ich möchte versichern, dass wir überhaupt nichts zu verheimlichen oder zu vertuschen haben." Er bat um Verständnis, dass nicht alle Informationen immer gleich an die Öffentlichkeit gegeben werden könnten. Alles werde den Ermittlungen untergeordnet, sagte Schwald.
 

 
Nach der tödlichen Attacke herrschten in der Stadt am Wochenende Trauer und Entsetzen. Etwa 100 bis 150 Feuerwehrleute gedachten am Sonntag ihres getöteten Kollegen. Die Mitglieder der Berufsfeuerwehr fanden sich am Tatort, dem zentralen Königsplatz, zu einem stillen Gedenken ein. Kerzen wurden angezündet und Blumen niedergelegt.

Verwendete Quellen:

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