Sie sind hier: Home > Panorama > Menschen >

Kunst: Reiseverbot für Picassos "Guernica"

Kunst  

Reiseverbot für "Guernica"

20.04.2006, 11:37 Uhr | Von Hubert Kahl, dpa, t-online.de

Die Bombardierung der baskischen Stadt Guernica jährt sich im April 2007 zum 70. Mal. Zu diesem Anlass wollen die Basken das Picasso-Gemälde "Guernica" im Guggenheim-Museum in Bilbao nahe der "heiligen Stadt" der Basken ausstellen. Die autonome Regierung des Baskenlands stellte bei der spanischen Regierung offiziell den Antrag, das Monumentalwerk ausleihen zu dürfen.

Ausleihe an niemanden
Die Antwort aus Madrid ließ nicht auf sich warten: "Das Bild bleibt an seinem Platz im Madrider Königin-Sofia-Museum und wird an niemanden ausgeliehen", erklärte Kulturministerin Carmen Calvo. "Wenn dem Werk etwas zustößt, müsste ich als Ministerin dafür gerade stehen."

Nur von Wachsschicht zusammengehalten
Der Grund für die Ablehnungen: Experten hatten 1997 festgestellt, dass die Leinwand zahlreiche Risse und Kratzer aufweist. Der Zustand des Werkes sei so "alarmierend", dass bei einem Transport irreparable Schäden drohten, betonten die Gutachter. Die Farbe habe sich zum Teil von der Leinwand gelöst und werde nur von einer Wachsschicht zusammengehalten, die in den 50er Jahren zur Stabilisierung des Werkes aufgetragen worden war.


Basken akzeptieren das "Nein" nicht
Die Basken wollen sich nun mit dem Nein aus Madrid nicht abfinden. "Heute gibt es Methoden, die einen Transport mit allen Sicherheitsgarantien erlauben", sagte die baskische Regierungssprecherin Miren Azkarate. Der Direktor des Guggenheim-Museums, Juan María Vidarte, erläuterte, dass das Bild mitsamt seiner Halterung in einem Spezialcontainer befördert werden könne, ohne dass es eingerollt werden müsse. Seit vielen Jahren kämpfen die Basken darum, das Bild in ihrer Heimat zeigen zu dürfen. Die Stadt Guernica ist für die Basken das Symbol ihrer Eigenständigkeit.



Auf früheren Reisen strapaziert
"Guernica" - mit seinen Maßen von 7,76 mal 3,49 Meter größer als ein Fußballtor - war früher kreuz und quer durch die Welt gereist. Nach dem Sieg der Franco-Truppen im Bürgerkrieg wurde das Bild in die Obhut des New Yorker Museum of Modern Art gegeben. Es wurde in unzähligen Städten in Amerika und Europa ausgestellt. Wegen seiner Größe musste es dabei für jeden Transport ein- und später wieder ausgerollt werden. Dies erklärt, weshalb das Werk sich heute in einem so heiklen Zustand befindet. 1981 kehrte es nach Spanien zurück.

Picasso war nie in Guernica
Picasso hatte das in Schwarz-, Weiß- und Grautönen gehaltene Werk über die Schrecken des Krieges 1937 für die Weltausstellung in Paris gemalt. Der Künstler selbst hatte die Stadt Guernica nie gesehen, sondern sich von Fotos aus der Zeitung inspirieren lassen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Highspeed mit Hightech: mit MagentaZuhause surfen!
zur Telekom
myToysbonprix.deOTTOUlla PopkenHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal