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Natascha Kampusch im Interview: "Ich bin kein Opfer, weil andere das sagen"

Interview mit Natascha Kampusch  

"Ich bin kein Opfer, weil andere das sagen"

21.08.2007, 09:38 Uhr | AFP, dpa

Ein Jahr nach ihrer Flucht aus dem Verlies ihres Entführers empfindet Natascha Kampusch für ihren Peiniger immer mehr Mitgefühl. Das sagte die 19-Jährige dem österreichischen Sender ORF in einem Interview, das am Montagabend ausgestrahlt wurde.

Kampusch-Interview

"Arme Seele, verloren und fehlgeleitet"
Sie betrachte Wolfgang Priklopil, der kurz nach ihrer Flucht Selbstmord beging, als eine "arme Seele, verloren und fehlgeleitet". "Was ich nur sagen kann, ist, dass er mir nach und nach immer mehr leidtut."

"Keine Definitionen für Qual"
Kampusch wehrte sich in dem ORF-Interview dagegen, für immer als Opfer angesehen zu werden. "Ich bin kein Opfer, weil andere das sagen." Sie wolle nicht behaupten, dass niemand ihr Schicksal verstehen könne, sagte die 19-Jährige. "Dass es keine Worte und keine Definitionen für Qual oder Leid gibt, das wohl eher."

Kein "Paris-Hilton-Verschnitt"
Kritik äußerte Kampusch an der Berichterstattung der Medien. Diese wollten aus ihr teilweise eine Art "Partyluder" oder einen "Paris-Hilton-Verschnitt" machen. Sie sei aber kein Superstar und wolle, dass sie und ihr Fall "ernst genommen" würden.

"Das kann ich nicht ändern"
In dem Interview kritisierte Kampusch auch das kürzlich von ihrer Mutter Brigitta Sirny veröffentlichte Buch über die Zeit ohne ihre Tochter. "Sie muss das für sich selbst vertreten können, und offenbar ist das so, und das kann ich nicht ändern", meinte die 19-Jährige.

"Jetzt geht es mir sukzessive besser"
Das österreichische Fernsehen zeigte neben dem Interview auch Impressionen aus dem Alltagsleben der jungen Frau, wie die erste Fahrstunde und eine Reise nach Spanien. Dennoch kämpft Kampusch immer noch mit gesundheitlichen Problemen, die von ihrer achtjährigen Gefangenschaft herrühren. "Jetzt geht es mir sukzessive besser, obwohl ich noch immer recht schreckhaft bin und ich immer noch meine Kreislaufprobleme habe".

Als Zehnjährige entführt
Kampusch war von Priklopil als Zehnjährige im März 1998 auf dem Weg zur Schule entführt und acht Jahre in einem verliesartigen Kellerraum festgehalten worden. Am 23. August 2006 gelang ihr die Flucht. Ihr Peiniger beging daraufhin Selbstmord.

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