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Justizirrtum: Berlinerin saß 888 Tage unschuldig im Gefängnis

Altes Urteil aufgehoben  

Berlinerin saß 888 Tage unschuldig im Gefängnis

09.04.2008, 23:06 Uhr | dpa

888 Tage unschuldig eingesperrt war die nun freigesprochene Berliner Arzthelferin (Quelle: dpa)888 Tage unschuldig eingesperrt war die nun freigesprochene Berliner Arzthelferin (Quelle: dpa) Eine Berliner Arzthelferin saß exakt 888 Tage wegen Vatermordes im Gefängnis - zu Unrecht. In der Neuauflage des Prozesses um den grausamen Flammentod des schwer kranken Rentners hat das Landgericht der Hauptstadt die inzwischen 52 Jahre alte Tochter am Mittwoch auf Kosten der Landeskasse freigesprochen. Die 29. Große Strafkammer geht in ihrem Urteil jetzt von einem tragischen Unglück aus. Alles spreche für einen Schwelbrand, der von einer Zigarette verursacht wurde, die der Vater im Bett geraucht hatte. Die Richter stützten sich nun auf das Obergutachten einer Brandexpertin des Bundeskriminalamtes (BKA).

Erstes Urteil unterstellte Habgier

Im ersten Prozess war die Frau im Januar 2005 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nach Überzeugung der Richter damals sollte sie ein Feuer gelegt haben, in dem der alte Mann umkam. Motiv: Die Tochter habe an das Erbe gewollt. Und die Arzthelferin hätte aus Habgier gemordet, befand die 22. Große Strafkammer damals. Sie habe die Versicherungssumme von 220.000 Euro kassieren wollen.

Widersprüchliche Gutachten

Die Verteidigung hatte im ersten Prozess eigene Gutachter engagiert, die die These eines Schwelbrandes stützten. Das Gericht folgte seinerzeit aber ausschließlich den Experten des Berliner Landeskriminalamtes (LKA). Sie waren von einem absichtlich gelegten Feuer durch Anzünden mehrerer Liter Brennspiritus ausgegangen. Der Bundesgerichtshof hatte das erste Urteil aufgehoben, weil die sich widersprechenden Gutachten mangelhaft überprüft worden waren.

"Ich werde feiern"

Der Bundesgerichtshof hob das Mordurteil im Januar 2006 auf. Die Berlinerin kam danach auf freien Fuß. Für die Haftzeit wird sie jetzt entschädigt. "Ich bin zufrieden und werde mit meinen Verwandten feiern", kommentierte die 52-Jährige den Freispruch. Schon damals hatte sie ihre Unschuld beteuert.

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