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Kreml-Flieger Rust hat finanziell ausgesorgt

Besuch bei seiner Cessna im Berliner Technikmuseum  

Kreml-Flieger Rust hat finanziell ausgesorgt

06.06.2009, 19:14 Uhr | dapd, dpa

Mathias Rust und seine berühmte Cessna im Jahr 1987 (Foto: dpa)Mathias Rust und seine berühmte Cessna im Jahr 1987 (Foto: dpa)

Seine Aktion bereut er nicht. Rund 22 Jahre nach seiner spektakulären Landung in der Nähe des Roten Platzes in Moskau hat Kreml-Flieger Matthias Rust seine Cessna im Berliner Technikmuseum besucht. "Es ist, als ob man eine alte Liebe, die man verloren geglaubt hatte, wieder trifft", sagte Rust der "Bild am Sonntag". Derzeit schreibe er an seinen Memoiren, die zum 25. Jahrestag seines Fluges im Jahr 2012 erscheinen sollen. Finanziell habe er ausgesorgt.

Der 41-Jährige lebt mittlerweile in Estland und pendelt nach eigenen Angaben zwischen dem Wohnort seiner Eltern bei Hamburg und der Karibik hin und her.

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750.000 Euro beim Pokern gewonnen

Seinen Lebensunterhalt verdient er laut dem Bericht als Veranstalter von Events wie Boot- und Autorennen. In der Karibik habe er zudem Pokern als Einnahmequelle entdeckt. "Auf einer Jacht habe ich mal an nur fünf Abenden 750.000 Euro gewonnen", sagte er der Zeitung. Auch sei er an Maschinenbaufirmen beteiligt. "Für meinen Lebensunterhalt muss ich nicht mehr arbeiten", wird Rust zitiert.

"Ich zieh' das hier durch"

Die Idee zu seinem Flug habe er im Herbst 1986 nach dem Treffen zwischen dem damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan und dem sowjetischen Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow auf Island gehabt, erzählte Rust dem Blatt. Er habe sich viel von dem Treffen versprochen und sei dann sehr enttäuscht gewesen, "dass nichts dabei herausgekommen ist". Mit seinem Flug habe er eine "imaginäre Brücke zwischen West und Ost" schlagen wollen. Unmittelbar nach der Landung in Moskau habe er aber am liebsten gleich wieder abhauen wollen. "Doch dann dachte ich: Ich zieh' das hier durch", sagte Rust.

432 Tage in Haft

Der damals 19-Jährige hatte am 28. Mai 1987 die kleine Cessna 172 gemietet und war damit von Uetersen bei Hamburg mehrere hundert Kilometer durch sowjetischen Luftraum geflogen - ohne von der Luftabwehr abgeschossen zu werden. Gerne würde er noch einmal nach Moskau fliegen und auf dem Roten Platz landen - "aber nur mit Genehmigung", so Rust. Für seinen Flug war er zu vier Jahren Haft verurteilt worden, von denen er bis zur Begnadigung 432 Tage absitzen musste.

Schlagzeilen auch nach Rückkehr nach Deutschland

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland machte er erneut Schlagzeilen. Als Zivildienstleistender stach er in einem Hamburger Krankenhaus 1989 eine Schwesternschülerin nieder und wurde zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Strafe sei "angemessen" gewesen, sagte er der Zeitung. Als Hintergrund der Tat gab er an: "Ich sprach das Mädchen an. Und sie hat dann etwas gesagt, was mich ins Mark getroffen hat. Was, weiß ich nicht mehr. Sie muss mich verspottet haben." Seinen Versuch, sich mit einem Blumenstrauß zu entschuldigen, habe das Opfer später zurückgewiesen.


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