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J. D. Salinger: Erste Briefe veröffentlicht

New York  

Erste Briefe des Kultautors J.D. Salinger veröffentlicht

19.02.2010, 11:03 Uhr | dpa

Darauf hat die literarische Welt Jahrzehnte gewartet: In New York werden erstmals Briefe des Ende Januar verstorbenen Kultautors J.D. Salinger ausgestellt. In den elf Briefen aus den Jahren 1991 bis 1993 offenbart Salinger, wie sehr er anfangs die Bewunderung für seinen ersten und einzigen Roman "Der Fänger im Roggen" genoss, welches Vergnügen ihm die Fahrten mit der New Yorker U-Bahn selbst im Alter noch bereiteten, dass die Stadt seines Romanhelden Holden Caulfield ihm aber sonst von Besuch zu Besuch fremder wurde.

Der Adressat seiner Schreiben war ein früherer Nachbar, der Künstler Michael Mitchell in Westport im US-Bundesstaat Connecticut, schreibt die "New York Times" in ihrer Online-Ausgabe. Salinger redete ihn als "Buddyroo" an, ein Wort, das er auch Holden in den Mund legte, und sprach von ihm als einem seiner engsten Freunde.

Jerome D. Salinger Kultautor stirbt im Alter von 91 Jahren

Bis zum Tod unter Verschluss gehalten

Die Schriftstücke an Mitchell wurden später von dem Amerikaner Carter Burden erworben, der seine literarische Sammlung der Morgan Library in Manhattan vererbte. Das kleine Museum hielt die Briefe bis nach Salingers Tod unter Verschluss, macht sie aber jetzt jedermann in einer Ausstellung zugänglich.

Morgens um sechs am Schreibtisch

Zu Lebzeiten hatte sich der völlig zurückgezogen lebende Salinger bis in die höchste Gerichtsinstanz dagegen verwahrt, dass seine Schriftstücke an die Öffentlichkeit gelangten. Dabei saß der mit einem einzigen Roman weltberühmt gewordene Autor zumindest bis in die 80er Jahre jeden Tag um sechs Uhr morgens, spätestens um sieben, an seinem Schreibtisch und arbeitete, wie er seinem "Buddyroo" Mitchell in einem der Briefe erzählt.

Hoffnung auf neue Veröffentlichungen

Diese Schilderung seines Alltags dürfte Salinger-Fans in der Hoffnung bestärken, dass der Schriftsteller im Laufe seines Lebens noch weit mehr Romane verfasst hat, sie aus Angst vor möglicher Kritik aber nicht veröffentlichte. In einem Brief aus dem Jahr 1966 spricht er von "zwei Scripts - tatsächlich Bücher -, die ich seit Jahren mit mir herumtrage und bearbeite".

Einer der wichtigsten amerikanischen Nachkriegsautoren

Salinger starb im Alter von 91 Jahren in seinem Haus in Cornish im US-Staat New Hampshire. "Der Fänger im Roggen" aus dem Jahr 1951 war sein einziger veröffentlichter Roman. Trotzdem gehört er zu den bedeutendsten amerikanischen Nachkriegsautoren.

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