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Karl-Theodor zu Guttenberg kehrt auf die internationale Bühne zurück

Guttenberg kehrt auf die internationale Bühne zurück

16.11.2011, 14:55 Uhr | Von Matthias Gebauer, "Spiegel-Online"

Karl-Theodor zu Guttenberg kehrt auf die internationale Bühne zurück. Verschwand nach seinem Rücktritt aus der Öffentlichkeit: Ex-Minister Karl-Theodor zu Guttenberg (Quelle: imago images)

Verschwand nach seinem Rücktritt aus der Öffentlichkeit: Ex-Minister Karl-Theodor zu Guttenberg (Quelle: imago images)

Erstmals seit seinem Rücktritt zeigt sich Karl-Theodor zu Guttenberg der Öffentlichkeit. Bei einem Vortrag in Kanada will der gestrauchelte Politiker nach Informationen von "Spiegel-Online" über die Wirtschaftskrise sprechen - angekündigt ist er als "angesehener Staatsmann".

Als Karl-Theodor zu Guttenberg das letzte Mal in Halifax sprach, war die Welt noch in Ordnung. Guttenberg, damals ganz frisch im Amt des Verteidigungsministers, machte 2009 beim Halifax International Security Forum eine gute Figur. "KT" parlierte in bestem Englisch und wie gewohnt mit Witz und Charme vor der erlesenen Schar von Sicherheits- und Verteidigungspolitikern.

Daheim in Deutschland arbeitete sich danach die Presse an der Frage ab, ob der Minister-Neuling und Publikumsliebling Guttenberg nicht eigentlich ein viel besserer Botschafter für Deutschland sei als Außenminister Guido Westerwelle.

Am kommenden Wochenende wird Guttenberg erneut in Halifax sprechen und viel Interesse auf sich ziehen: Erstmals seit seinem Rücktritt als Verteidigungsminister und CSU-Abgeordneter im März dieses Jahres wagt sich Guttenberg im fernen Kanada auf die internationale Bühne und in die Öffentlichkeit zurück.

Veränderung bei den deutschen Streitkräften angestoßen

Angekündigt als "angesehener Staatsmann" soll der über seine in weiten Teilen abgeschriebene Doktorarbeit und seine fehlende Einsicht gestolperte Ex-Minister auf einem der Panels des Forums über die weltweite Wirtschaftskrise parlieren. 75 Minuten sind angesetzt, mit auf der Bühne sitzt ein prominenter Menschenrechtler.

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Für die Macher der Konferenz spielt die etwas peinliche Vorgeschichte Guttenbergs keine größere Rolle. Im Programmheft wird er zwar korrekt nicht mehr mit einem akademischen Titel genannt. Diesen hatte er nach der Affäre rasch abgelegt. Guttenberg wird nun wie andere ehemalige Parlamentarier mit dem Prädikat "honorable" versehen.

In der Kurzbiografie wird seine kurze Zeit als Spitzenpolitiker gewürdigt, in der er mit der Bundeswehrreform eine historische Veränderung bei den deutschen Streitkräften angestoßen habe. Zudem habe er zahlreiche Artikel in nationalen und internationalen Zeitschriften über die Sicherheits- und Wirtschaftspolitik veröffentlicht, heißt es im Programm weiter.

Staatsanwaltschaft in Hof prüft immer noch

Mit dem Auftritt in Kanada beendet Guttenberg ein monatelanges Versteckspiel. Seit seinem Rücktritt war der zuvor omnipräsente Medienliebling völlig von der Bildfläche verschwunden, ließ Interviewanfragen unbeantwortet und hat sich bis heute nicht ausführlich zu der Affäre um ihn und seine Doktorarbeit geäußert.

Im Sommer schließlich zog er samt Familie nach Greenwich im US-Bundesstaat Connecticut und nahm einen Job bei dem Washingtoner Think-Tank "Center for Strategic and International Studies" an, wo er ebenfalls als "distinguished statesman" ein transatlantisches Forum leitet.

In Deutschland laufen gegen Guttenberg noch immer Ermittlungen wegen Verletzung des Urheberrechts aufgrund der zahllosen Plagiate in seiner Doktorarbeit. Obwohl die Prüfung der Staatsanwaltschaft Hof schon seit mehr als einem halben Jahr andauern, hat die Behörde immer noch keine Entscheidung getroffen, ob sie Anklage erheben will oder nicht.

Immer wieder gab es Gerüchte, Guttenberg wolle das Verfahren mit einer Strafzahlung rasch beenden. Die Staatsanwaltschaft jedoch schweigt seit einigen Wochen komplett zu dem Verfahren. Man werde in "absehbarer Zeit" Ergebnisse mitteilen, heißt es dort, vor Weihnachten soll es so weit sein.

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