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Karl-Theodor zu Guttenberg sagt nach Boykott-Aufruf Vortrag an US-Uni ab

Nach Boykott-Aufruf  

Guttenberg sagt Vortrag an US-Uni ab

22.01.2013, 16:01 Uhr | t-online.de , agr

Karl-Theodor zu Guttenberg sagt nach Boykott-Aufruf Vortrag an US-Uni ab. Karl-Theodor zu Guttenberg (Quelle: dapd)

Karl-Theodor zu Guttenberg während eines Vortrags am 15. Januar 2013 in der Schweiz (Quelle: dapd)

Nachdem Karl-Theodor zu Guttenberg als Plagiator überführt worden war und alle seine poltischen Ämter niedergelegt hatte, zog er mit seiner Familie in die USA. So richtig Ruhe um seine Person kehrt aber selbst über dem großen Teich nicht ein: Studenten riefen zum Boykott einer geplanten Rede auf - und der ehemalige Verteidigungsminister sagte den Termin glatt ab.

Guttenberg war vom Wirtschaftsnetzwerk "International Business Council" an das Dartmouth College im US-Bundesstaat New Hamphire eingeladen worden. Das berichtet "The Dartmouth", die Studenten-Zeitung der Uni, auf ihrer Webseite. Der 41-Jährige sollte in Hanover über die "transatlantischen Wirtschafts- und Sicherheitsbeziehungen" referieren.

100 Unterschriften in drei Tagen

Mitarbeiter und Studenten der Uni hielten es jedoch für keine gute Idee, dass ein überführter Plagiator, dem sein Doktortitel aberkannt wurde, einen Vortrag an ihrer Alma Mater hält. Auf Initiative von Veronika Füchtner, die am College Germanistik unterrichtet, wehrte man sich gegen den Auftritt Guttenbergs.

Ein Einspruch wurde jedoch vom "International Business Council" abgelehnt. So sammelte Füchtner Unterschriften für eine Petition. In nur drei Tagen kamen laut "The Dartmouth" 100 Unterschriften zusammen. Guttenberg sagte seinen Auftritt ab - aus "persönlichen Gründen".

"Eine zynische Untergrabung der Studenten-Interessen"

Initiatorin Füchtner erklärte ihren Protest gegen den Plagiator gegenüber "The Dartmouth": "Ich bin schockiert darüber, dass Guttenberg sich nie entschuldigt hat. Das macht mich sehr wütend." Eine Person mit Guttenbergs Vorgeschichte gehöre nicht in ein akademisches Umfeld. Man würde schließlich Lance Armstrong auch nicht an eine Sporthochschule einladen. "Guttenberg ist eine Person, die sich in seine Position gelogen hat", so Füchtner.

Geschichtsprofessor Udi Greenberg, der die Petition ebenfalls unterschrieben hat, pflichtet Füchtner bei: Ein Auftritt Guttenbergs wäre "eine zynische Untergrabung der Interessen von Studenten". "Wenn Sie an Integrität glauben, müssen Sie sich daran stören", so Greenberg.

Eklat während einer Rede in Yale

Vielleicht hat Guttenbergs Absage etwas damit zu tun, was ihm im November vergangenen Jahres wiederfahren ist. Während einer Rede zum Thema "Mythen der transatlantischen Beziehungen" an der Elite-Universität Yale hatten einige Zuhörer den Saal verlassen, nachdem deutsche Doktoranden im Vorfeld zum Protest aufgerufen hatten.

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