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Indien: 13-jähriges Wunderkind beginnt Master-Studium

Mit 13 Jahren  

Indisches Wunderkind beginnt Master-Studium

17.09.2013, 12:18 Uhr | Von Biswajeet Banerjee, AP

Indien: 13-jähriges Wunderkind beginnt Master-Studium. Indien: Wunderkind Sushma Verma peilt Masterabschluss und Doktortitel an (Quelle: AP/dpa)

Die 13-jährige Sushma Verma peilt Masterabschluss und Doktortitel an (Quelle: AP/dpa)

Ihre Familie ist bitterarm, und lernen kann sie nur im Getümmel zwischen ihren Geschwistern. Doch die hochbegabte 13-jährige Sushma schreckt das nicht ab: Sie will jetzt an der Uni ihren Master-Abschluss machen. Ihr Bruder hat es vorgemacht.

Das Abitur hat sie mit sieben gemacht, sechs Jahre später hatte sie den ersten Hochschulabschluss in der Tasche. Nun steuert die 13-jährige Inderin Sushma Verma einen Master in Mikrobiologie an. Einschreiben konnte sie sich in den Studiengang nur, weil ihr Vater für die Uni-Gebühren sein Land verkauft hat. Ihre Eltern hätten sie immer ermutigt, sagt das Mädchen. "Sie haben mir erlaubt, zu tun, was ich wollte."

Sushma lebt ein sehr bescheidenes Leben mit drei jüngeren Geschwistern und ihren Eltern. Sie isst, schläft und lernt in der vollgestopften Einzimmerwohnung der Familie in Lucknow zwischen Neu Delhi und Nepal. Die Familie lebt vom Einkommen des Vaters, der als Bauarbeiter 200 Rupien pro Tag verdient - umgerechnet etwa 2,60 Euro.

Keinen Fernseher zu Hause

Ein Schreibtisch und ein gebrauchter Computer gehören zu den Schätzen der Familie. Sushma weiß, dass das nicht gerade optimale Bedingungen zum Lernen sind. Aber sie sagt auch: "Es gibt eine Menge Träume. Nicht alle sind zu erfüllen." Andererseits sieht sie es als Vorteil, dass sie zu Hause keinen Fernseher hat. "Es gibt nichts anderes zu tun als zu lernen."

Für die junge Überfliegerin soll es kommende Woche an der B.R. Ambedkar Zentraluniversität in Lucknow weitergehen. Schon jetzt fährt ihr Vater sie jeden Tag mit dem Rad zum Campus, damit sie ihre Lehrer schon vor Unterrichtsbeginn treffen kann. Eigentlich wollte sie gerne Ärztin werden, aber die Zulassung zum Medizinstudium ist erst ab 18 möglich. So fiel ihre Wahl auf ihr jetziges Fach. Auch den nächsten Schritt hat sie schon geplant: "Danach mache ich meinen Doktor."

Bruder war jüngster Informatiker Indiens

Sushma ist nicht die erste Superschlaue der Familie. Ihr Bruder machte mit neun sein Abitur und war mit 14 der jüngste Informatiker Indiens. Für Sushmas Ausbildung hat ihr Vater nun seine einzigen Grundstücke zu Geld gemacht, rund 930 Quadratmeter in einem Dorf in Uttar Pradesh, für die er 25.000 Rupien bekam - rund 300 Euro. "Es gab Widerstand von meiner Familie und Freunden, aber ich hatte keine Wahl", sagt ihr Vater Tej Bahadur Verma.

Der Rest der Studiengebühren soll aus Spenden kommen. "Das Mädchen ist eine Inspiration für Studenten aus der Elite", denen alles in den Schoß falle, sagt Bindeshwar Pathak von der Wohlfahrtsorganisation Sulabh International, die durch einen Fernsehbericht auf das Kind aufmerksam wurde. Darüber hinaus gibt es Spenden von wohlhabenden Bürgern und anderen Hilfsorganisationen.

In einer anderen Familie wäre auch ein hochbegabtes Mädchen wie Sushma möglicherweise nicht so weit gekommen. Millionen Kinder in Indien gehen nicht zur Schule, und Mädchen sind gegenüber Jungs oft benachteiligt. In einigen ländlichen Gegenden setzen ihre Eltern immer noch alles daran, sie möglichst schnell zu verheiraten - und verhökern ihre Besitztümer für die Mitgift.

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