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Zwei Gurlitt-Testamente bei Gericht eingegangen

Notariell beglaubigte Dokumente  

Zwei Gurlitt-Testamente bei Gericht eingegangen

13.05.2014, 15:17 Uhr | dpa, t-online.de

Zwei Gurlitt-Testamente bei Gericht eingegangen. Cornelius Gurlitt: seine Eltern wurden in Düsseldorf begraben. (Quelle: dpa)

Cornelius Gurlitt: Seine Eltern wurden in Düsseldorf begraben. (Quelle: dpa)

Zwei Testamente des verstorbenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt sind beim Amtsgericht München eingegangen. Die notariell beglaubigten Dokumente sind auf den 9. Januar und den 21. Februar diesen Jahres datiert, wie Gerichtspräsident Gerhard Zierl mitteilte. "Die Testamente ergänzen sich", sagte er. Ein Notar aus Baden-Württemberg habe die Testamente übersandt.

Das Amtsgericht München ist als Nachlassgericht zuständig, weil Gurlitt im Gerichtsbezirk von München seinen "letzten gewöhnlichen Aufenthalt" hatte. Die im Testament Bedachten sollen nun darüber informiert werden, dass sie als Erben der umstrittenen Kunstsammlung in Betracht kommen. Inländische Erben haben nach Gerichtsangaben sechs Wochen, Erben im Ausland sechs Monate Zeit, eine Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht abzugeben.

Museum als Alleinerbe?

Zierl sprach von einem "Universalerben", ohne das Kunstmuseum Bern als Erben zu bestätigen: "Zum Inhalt des Testamentes äußere ich mich nicht." Nach Angaben des Museums hat Gurlitt das Haus als Alleinerben für seine millionenschwere Sammlung und seinen übrigen Besitz eingesetzt. Das Museum prüft, ob es das Erbe antreten will.

Auch wenn im Testament ein Alleinerbe eingesetzt wird, müssten dennoch alle gesetzlichen Erben informiert werden, betonte Zierl. Diese hätten dann möglicherweise das Recht, Einwände zu erheben. Ein in Spanien lebender entfernter Verwandter von Gurlitt hatte bereits angekündigt, er erwäge eine Klage gegen dessen Vermächtnis.

Viele Werke im Museum stehen unter Nazi-Raubkunstverdacht. Das Gericht will seinerseits überprüfen, ob neben den testamentarisch eingsetzten Erben weitere Menschen als gesetzliche Erben in Betracht kommen. Dafür sollen unter Umständen Akten anderer Behörden herangezogen werden, zum Beispiel die Akten des Betreuungsgerichts München oder die Nachlassakten der verstorbenen Schwester und der Eltern von Gurlitt.

Gurlitt hinterlässt nur Kunst

Sollten Zweifel an der Testierfähigkeit Gurlitts bestehen, sei es Aufgabe des Gerichts, diese zu prüfen, erklärte Zierl. Gurlitt - der Sohn von Adolf Hitlers Kunsthändler Hildebrand Gurlitt - war am 6. Mai nach langer schwerer Krankheit in seiner Münchner Wohnung gestorben. Er hinterlässt weder Ehepartner noch Kinder. Sein Testament lege nicht fest, wo er bestattet werden wollte, sagte Zierl.

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