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Kriminologe Christian Pfeiffer kämpft in USA gegen Prügelstrafe

Bekanntester Kriminologe zieht um  

Christian Pfeiffer kämpft in den USA gegen die Prügelstrafe

25.03.2015, 15:44 Uhr | dpa

Kriminologe Christian Pfeiffer kämpft in USA gegen Prügelstrafe. Kriminologe Christian Pfeiffer ist gegen Gewalt in der Erziehung. (Quelle: dpa)

Kriminologe Christian Pfeiffer ist gegen Gewalt in der Erziehung. (Quelle: dpa)

Amokläufe, Gewaltexzesse und Vergewaltigungen: Was Verbrechen angeht, ist Christian Pfeiffer seit Jahrzehnten Deutschlands gefragtester Gesprächspartner. Doch jetzt verabschiedet sich der 71-Jährige, der seit 1988 das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) geleitet hat. Der engagierte Experte geht nach Amerika und kämpft dort für gewaltfreie Erziehung.

Ein Züchtigungsverbot nach deutschem Vorbild in den USA durchzusetzen ist das erklärte Ziel des Kriminologen. Dafür verlängert er seine Gastprofessur am John Jay College der City University New York. Von dort aus wird er eine Kampagne gegen Gewalt in der Erziehung starten. Diese will Pfeiffer auch mit einer neuen Studie untermauern. Denn fast drei Viertel der Amerikaner seien für das Schlagen von Kindern, empört sich der Forscher. In 19 US-Bundesstaaten dürften Lehrer ihre Schüler schlagen.

"Ballerspiele machen aggressiv"

Dafür sollen im Herbst 5000 Studenten amerikanischer Universitäten befragt werden. Es geht unter anderem um Gewalterfahrungen in der Kindheit. Auch die Mediennutzung wird ein Thema sein, denn der Kriminologe ist überzeugt davon, dass Ballerspiele aggressiv machen. "Die Hauptursache dafür, dass Männer im Leistungstief sind, ist das Computerspielen", sagt er.

Mit Thesen dieser Art eckt Pfeiffer an. Kritiker betonen, man könne nicht einfach von Mediengewalt auf reale Gewalt schließen. "Nicht selten lag Christian Pfeiffer mit seinen kontroversen Thesen zum Jugendschutz bei Computerspielen daneben. Aber die Diskussionen darum haben uns immer motiviert, noch besser und transparenter zu arbeiten", sagt Felix Falk, Geschäftsführer der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK).

Pfeiffer bleibt standhaft in seinen Überzeugungen

Zusätzlich stellte Pfeiffers Institut in einer Studie fest, dass die Gewalttätigkeit junger männlicher Muslime mit zunehmender Bindung an den Islam wächst. Der Zentralrat der Muslime bemängelte damals, die Studie sei zu plakativ und die Analyse der Ursachen greife zu kurz..

Auch mit der katholischen Kirche kam es zum Bruch. Diese hatte Pfeiffer mit der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals beauftragt; nach Streit um die Veröffentlichung der Ergebnisse kündigte die Bischofskonferenz den Vertrag.

Viele Erfolge zu verzeichnen

Rückblickend sieht er in seinem Leben aber mehr Erfolge als Niederlagen. So war er als ehemaliger niedersächsischer Justizminister maßgeblich an der Gewaltprävention in Deutschland beteiligt.

Als größten Erfolg verbucht der Kriminologe allerdings die Gründung der ersten deutschen Bürgerstiftung 1997 in Hannover. Inzwischen gibt es bundesweit mehr als 300 Stiftungen dieser Art. Sie kümmern sich meist um Kinder und Jugendliche und engagieren sich in der Kultur, im Sozialen oder im Sport.

Mit diesem Engagement versucht Christian Pfeiffer jetzt auch in Amerika zu reformieren.

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