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Navid Kermani erhält Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2015

Deutsch-iranischer Autor  

Navid Kermani bekommt Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

18.06.2015, 13:59 Uhr | dpa

Navid Kermani erhält Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2015. Autor und Wissenschaftler Navid Kermani setzt sich für eine offenere Flüchtlingspolitik in Deutschland ein. (Quelle: dpa)

Autor und Wissenschaftler Navid Kermani setzt sich für eine offenere Flüchtlingspolitik in Deutschland ein. (Quelle: dpa)

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht in diesem Jahr an den deutsch-iranischen Schriftsteller und Orientalisten Navid Kermani. Er sei eine der wichtigsten Stimmen in unserer Gesellschaft, die Menschen unterschiedlichster nationaler und religiöser Herkunft ein friedliches Zusammenleben ermöglichen müsse, begründete der Stiftungsrat seine Entscheidung in Frankfurt.

Der 47-jährige Kermani wurde als Sohn iranischer Eltern in Siegen geboren. Er lebt seit langem in Köln. In seinen Sachbüchern hat sich der habilitierte Islamwissenschaftler und Muslim mit dem Koran und der islamischen Mystik beschäftigt.

In seinen Romanen wie zuletzt "Große Liebe" von 2014 geht es um Grundfragen der menschlichen Existenz wie Liebe und Sexualität, Verzückung und Tod. Sein Opus Magnum ist das 1200-Seiten-Werk "Dein Name", eine Mischung aus Tagebuch, Erzählung und Gesellschaftsanalyse.

Kermani sucht den Dialog zwischen den Religionen

Richtig bekannt wurde Kermani aber nicht durch seine Bücher, sondern durch einen Eklat: 2009 war ihm der Hessische Kulturpreis zunächst zu, dann ab- und schließlich wieder zuerkannt worden. Grund für die zeitweilige Aberkennung war, dass sich Kardinal Karl Lehmann und der Protestant Peter Steinacker vorübergehend weigerten, die Auszeichnung gemeinsam mit ihm anzunehmen.

Sie ärgerten sich über einen Artikel, in dem Kermani das christliche Kreuz als "Gotteslästerung" bezeichnet hatte. Im weiteren Verlauf des Textes zeigte er sich aber tief bewegt von einer Kreuzigungsdarstellung. Immer wieder hat er sich als entschiedener Befürworter des Dialogs zwischen den Religionen erwiesen. Für Deutschland beklagt Kermani eine "komplette Verdrängung des Religiösen, der Verantwortung vor etwas, was größer ist als wir".

Kermani hat auch jüngst in Reportagen aus den Kriegsgebieten des Nahen und Mittleren Ostens berichtet. Im vergangenen Jahr rief er zu einer großzügigeren Flüchtlingspolitik auf. Anlass der Rede vor dem Bundestag war der 65. Geburtstag des Grundgesetzes.

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