Sie sind hier: Home > Panorama > Menschen >

Stimmen zum Tod von Schimon Peres: "Wir stehen in seiner Schuld"

Stimmen zum Tod von Schimon Peres  

"Wir stehen in seiner Schuld"

28.09.2016, 13:40 Uhr | dpa, AFP

Stimmen zum Tod von Schimon Peres: "Wir stehen in seiner Schuld". Peres 2013 bei einer Pressekonferenz im Europäischen Parlament in Straßburg. (Quelle: Reuters)

Peres 2013 bei einer Pressekonferenz im Europäischen Parlament in Straßburg. (Quelle: Reuters)

Der frühere israelische Präsident und Friedensnobelpreisträger Schimon Peres ist tot. Zahlreiche Größen der internationalen Politik bekundeten ihre Trauer und würdigten Peres als "großen Staatsmann".

Bundespräsident Joachim Gauck hob die besondere Bereitschaft des ehemaligen israelischen Präsidenten zur Versöhnung hevor. "Trotz der Gräueltaten, die Deutsche an seiner Familie und seinem Volk während des Holocausts verübten, reichte Shimon Peres uns die Hand. Für diese Haltung sind wir ihm von Herzen dankbar", sagte Gauck in einem Kondolenzschreiben an seinen israelischen Amtskollegen Reuven Rivlin. Auch Peres' Rede vor dem Bundestag am 27. Januar 2010, in der er "die Einzigartigkeit der Freundschaft zwischen Deutschland und Israel betonte", würden die Deutschen nicht vergessen.

Gauck erinnerte auch an den "herzlichen Empfang", den ihm Peres bei seinem Staatsbesuch in Israel 2012 bereitet habe. "Mit Shimon Peres hat Israel einen großen Staatsmann und Deutschland einen treuen Freund verloren", so der Bundespräsident.

Steinmeier: "Seine Verdienste lassen sich kaum ermessen"

Ähnliche Worte fand Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier. "Die Welt hat einen großen Staatsmann, Israel einen seiner Gründungsväter und Deutschland einen hoch geschätzten Freund und Partner verloren", teilte Steinmeier auf der Seite des Auswärtigen Amtes mit. "Seine Verdienste um Israel, das Land der Überlebenden, das er mit aufgebaut und über lange Jahrzehnte mit Wort und Tat geprägt hat, lassen sich kaum ermessen."

Steinmeier betonte, Peres habe sich für "die einzigartige Freundschaft zwischen Israel und Deutschland eingesetzt". Peres habe 1986 als erster israelischer Regierungschef das damals geteilte Berlin besucht. 2010 habe er im Bundestag gesprochen. "Wir trauern um eine mutige und weise Stimme, die steter Ansporn war", hieß es in der Mitteilung. "Er wird uns fehlen."

Vizekanzler Sigmar Gabriel würdigte Peres als "Richtungsgeber für Versöhnung". Mit ihm verlasse "ein großer Staatsmann die Weltbühne", erklärte der SPD-Vorsitzende und Wirtschaftsminister. "Wie nur wenige stand er für die Freundschaft zwischen Israel und Deutschland. Ein unabhängiger Geist, eine Orientierung in unserer wechselvollen Geschichte, eine feste Größe in den Ambivalenzen von Politik, ein Richtungsgeber für Versöhnung. Er wird fehlen."

Obama: "Als Amerikaner stehen wir in seiner Schuld"

US-Präsident Barack Obama, der wie Gauck am Begräbnis des Politikers teilnehmen wird, nannte Peres einen "Kämpfer für Israel" und den Frieden im Nahen Osten. "Als Amerikaner stehen wir in seiner Schuld", erklärte Obama in einer Stellungnahme. "Keiner hat über die Jahre hinweg mehr dafür getan als Schimon Peres, die Allianz zwischen unseren beiden Ländern aufzubauen - eine unzerbrechliche Allianz, die heute enger und stärker ist als sie jemals war."

Peres sei ein "Genie mit einem großen Herzen" gewesen, erklärte Obama in Washington. Peres' "unerschütterliches moralisches Fundament" und sein "unermüdlicher Optimismus" seien die Grundlage für sein Engagement für Israels Sicherheit und Frieden gewesen. Es gebe nur wenige Menschen auf der Welt, die den "Lauf der Menschheitsgeschichte ändern, nicht allein durch ihre Rolle in menschlichen Ereignissen, sondern dadurch, dass sie unsere Moralvorstellungen erweitern und uns dazu bringen, mehr von uns selbst zu erwarten", so Obama. Peres sei einer dieser Menschen gewesen.

Mit Bill Clinton äußerte sich auch der letzte demokratische US-Präsident vor Obama: "Ich werde meinen brillanten und wortgewaltigen Freund Schimon Peres vermissen. Sein Leben war ein Segen für alle, die sich um den Frieden bemühen."

Mit Peres habe Israel einen "eifrigen Fürsprecher für Frieden und Versöhnung verloren", schrieben Bill Clinton und seine Frau und Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton auf der Internetseite der Clinton-Foundation. Peres sei ein "großherziges Genie" gewesen, das seine Talente für eine "Zukunft der Versöhnung" genutzt habe.

Frankreichs Präsident François Hollande lobte Peres als "einen der glühendsten Verteidiger" des Friedens. Der Nobelpreisträger habe in der Schaffung eines Palästinenserstaats die einzige Garantie für eine sichere Zukunft Israels gesehen, hieß es in einer Mitteilung des Élyséepalastes. "Er war ein Visionär, der seine Gesprächspartner mit seiner Fähigkeit beeindruckt, gewagte Initiativen und neue Ideen vorzuschlagen, um sich in Richtung dieses Ideals zu bewegen."

Premierminister Manuel Valls nannte Peres auf Twitter "ein Gewissen der Menschheit".

Netanjahu: Das Volk liebte Peres

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und seine Ehefrau Sara reagierten mit tiefer Trauer auf den Tod des israelischen Ex-Präsidenten. Peres sei vom ganzen Volk geliebt worden, hieß es in der Mitteilung von Netanjahus Büro.

Der aktuelle israelische Präsident Reuven Rivlin bezeichnete seinen verstorbenen Amtsvorgänger als prägenden Visionär für den Staat Israel. "Es gibt kein Kapitel in der Geschichte des Staates Israel, in dem Schimon keine Rolle gespielt oder kein Stück geschrieben hat", sagte Rivlin während eines Staatsbesuches in der Ukraine. "Als Einzelner hat er eine ganze Nation auf den Flügeln der Vorstellungskraft und seiner Vision getragen."

"Schimon hat uns dazu gebracht, weit in die Zukunft zu schauen, und wir haben ihn geliebt", sagte Rivlin. Er habe den Menschen Hoffnung verliehen. "Der Geist der Hoffnung und des Friedens war sein Weg und Wunsch."

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal