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Thailands König Bhumibol ist tot

Er hatte seit 1946 regiert  

Thailands König Bhumibol ist tot

13.10.2016, 14:19 Uhr | t-online.de, dpa

Thailands König Bhumibol ist tot. Thailands König Bhumibol im Jahr 2012. (Quelle: Reuters)

Thailands König Bhumibol im Jahr 2012. (Quelle: Reuters)

Der thailändische König Bhumibol Adulyadej ist tot. Er starb im Alter von 88 Jahren. Das gab der Königspalast bekannt.

Zuvor war der Monarch einer Blutwäsche zur Behandlung seines Nierenversagens unterzogen worden. Sein Zustand hatte sich dadurch aber nicht stabilisiert.

Bhumibol regierte seit 1946 und war damit der am längsten amtierende Monarch der Welt. Allerdings befand sich der König die meiste Zeit des vergangenen Jahrzehnts in stationärer Behandlung, vor allem wegen altersbedingter Leiden. Seit Januar war er nicht mehr öffentlich aufgetreten.

Bhumibol hatte zwar auf dem Papier vorwiegend repräsentative Aufgaben, doch hatten Palast und Kronrat hinter den Kulissen enormen politischen Einfluss. Keine Regierung konnte sich ohne das Wohlwollen des Königs lange halten. Der jüngste Militärputsch fand im Mai 2014 statt.

Der Monarch wurde wie ein Gottkönig verehrt. Er verbrachte die letzten Jahre überwiegend im Sirijaj-Krankenhaus in der Hauptstadt Bangkok. Dort wird auch seine schwerkranke Frau Sirikit behandelt.

Politische Umwälzungen stehen bevor

Das buddhistische Königreich in Südostasien mit fast 70 Millionen Einwohnern dürfte vor großen politischen Umwälzungen stehen. Die rund 30 Millionen Touristen, die jedes Jahr kommen, sollen davon aber unberührt bleiben, wie die Behörden versichern.

Kronprinz Maha Vajiralongkorn (64) ist bei weitem nicht so beliebt wie sein Vater es war. Vajiralongkorn verbringt viel Zeit in München, weil sein jüngster Sohn Dipangkorn Rasmijoti (11) in Bayern zur Schule geht. Von der Mutter hat der Kronprinz sich 2014 scheiden lassen. Er hat sieben ältere Kinder mit zwei weiteren Ex-Frauen.

Strikte Gesetze gegen Majestätsbeleidigung

Das Land hat strikte Gesetze gegen Majestätsbeleidigung. Sie schützen den König, seine Frau und den Kronprinzen vor jeder Kritik. Selbst harmlos klingende Kommentare können zu Anzeigen führen. Die Gesetze werden seit Jahren ausgenutzt, um politische Gegner zu diskreditieren.

Die Gesetze haben einen Diskurs darüber, wie das Land sich nach dem Ableben des Königs weiterentwickeln will, unterbunden. Die Militärregierung hat sich mit einer im August durchgesetzten Verfassung andauernden Einfluss gesichert.

Gespaltene Gesellschaft

Thailands Gesellschaft ist seit mehr als zehn Jahren politisch tief gespalten. Auf der einen Seite stehen die so genannten Gelbhemden. Sie geben sich als Monarchietreue, die die alte Ordnung, in der wenige einflussreiche Familien die Geschicke des Landes bestimmten, aufrecht erhalten wollen. Auf der anderen Seite stehen die Rothemden, unterstützt vor allem von der ärmeren Bevölkerung, die mehr Mitsprache und eine Politik zur Forderung der Armen fordern.

Beide Seiten werfen sich maßlose Korruption vor. Mit Demonstrationen und Blockadeaktionen haben beide Lager die jeweils andere Regierung immer wieder unter Druck gesetzt und deren Sturz herbeigeführt.

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