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Lammert kandidiert nicht wieder für den Bundestag

Bundestagspräsident vor Abschied  

Lammert kandidiert nicht wieder für den Bundestag

17.10.2016, 18:28 Uhr | dpa, t-online.de

Lammert kandidiert nicht wieder für den Bundestag. Nach langen Jahren im Bundestag will Norbert Lammert nicht erneut kandidieren. (Quelle: dpa)

Nach langen Jahren im Bundestag will Norbert Lammert nicht erneut kandidieren. (Quelle: dpa)

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) will bei der nächsten Bundestagswahl im kommenden Herbst nicht wieder kandidieren. Ist er altersmüde oder hat er noch ganz andere Ziele vor Augen?

Lammert ist für ein anderes Amt zumindest im Gespräch. Doch er verkündet in einem Brief nun den "Abschied aus der aktiven Politik".

Das habe Lammert (67) in einem Schreiben an seinen CDU-Kreisverband Bochum mitgeteilt, teilte der Sprecher des Bundestages, Ernst Hebeker, mit. Lammert wurde in der Debatte über die Nachfolge von Bundespräsident Joachim Gauck wiederholt als möglicher Kandidat genannt.

"Zeit für einen Wechsel"

Lammert teilt in seinem Schreiben an die Parteifreunde in Nordrhein-Westfalen mit, sein Entschluss sei nach reiflicher Überlegung gefallen. "Der Abschied aus der aktiven Politik fällt mir nicht leicht." Am Ende dieser Legislaturperiode gehöre er dem Bundestag 37 Jahre an. "Ich denke, es ist nun Zeit für einen Wechsel, zumal auch ich nicht immer jünger werde", schreibt der CDU-Politiker weiter.

Seit Monaten wird in der Politik spekuliert, Lammert habe Chancen auf die Nachfolge Gaucks bei der Wahl im kommenden Februar. Von Anfang an war er der am häufigsten genannte Name. Dem Bundestagspräsidenten wird das Amt allgemein zugetraut. 

Alle Ambitionen zurückgewiesen

Er hält geschliffene Reden, kann repräsentieren. Lammert selbst hat aber alle Ambitionen zurückgewiesen. Der Rückhalt in der Union wäre ihm nach Einschätzung von Parteifreunden sicher. Allerdings dürfte die Unterstützung der SPD fehlen.

Lammert gilt als souverän, unbequem, unter Parteifreunden bisweilen auch als widerborstig. Seit 2005 hat sich der CDU-Politiker als Inhaber des protokollarisch zweithöchsten Amtes im Staate Anerkennung über Parteigrenzen hinweg verschafft. 

Mit feiner Ironie und Witz

Der Westfale wurde nie müde, vom Parlament mehr Selbstbewusstsein gegenüber der Bundesregierung einzufordern. "Nicht die Regierung hält sich ein Parlament, sondern das Parlament bestimmt und kontrolliert die Regierung", lautet eine seiner oft wiederholten Mahnungen.

Meist freundlich im Umgang, mit feiner Ironie und Witz, dann auch wieder knallhart in der Sache, übt er sein Amt aus. Mehr als einmal fuhr der CDU-Politiker aus dem einflussreichen Landesverband Nordrhein-Westfalen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Unions-Fraktionsspitzen in die Parade.

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