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Bob Dylan holt Literaturnobelpreis nicht persönlich ab

Verleihung in Stockholm  

Bob Dylan holt Literaturnobelpreis nicht persönlich ab

16.11.2016, 17:00 Uhr | dpa , t-online.de

Bob Dylan holt Literaturnobelpreis nicht persönlich ab. Bob Dylan kann leider nicht zur Verleihung des Literaturnobelpreises nach Stockholm kommen. (Quelle: dpa)

Bob Dylan kann leider nicht zur Verleihung des Literaturnobelpreises nach Stockholm kommen. (Quelle: dpa)

Die Blamage für die Schwedische Akademie nach der Vergabe des Literaturnobelpreises an Bob Dylan wird immer größer. Der Musiker werde nicht zur Verleihung nach Stockholm kommen, teilte die Akademie mit.

Das habe Dylan in einem Brief geschrieben. "Er wünschte, er könnte den Preis persönlich entgegennehmen, aber andere Verpflichtungen machen das leider unmöglich. Er betonte, dass er sich durch den Nobelpreis sehr geehrt fühlt."

Dylan hatte die diesjährige Auszeichnung im Oktober als erster Songschreiber für seine poetischen Neuschöpfungen in der amerikanischen Songtradition zuerkannt bekommen. Danach hatte er zwei Wochen lang nicht erkennen lassen, ob er den Preis annehmen will.

Die Akademie hatte zunächst wie üblich versucht, den Preisträger anzurufen. Sie bekam ihn aber tagelang nicht ans Telefon. Ein Jury-Mitglied bezeichnete das Verhalten des 75-Jährigen unter anderem deshalb als unhöflich und arrogant.

Als Dylan sich doch meldete, habe er gesagt, dass er den Preis "falls möglich" selbst entgegennehmen wolle, teilte die Akademie damals mit. Doch dazu wird es nun nicht kommen. Der Preis sollte am 10. Dezember in Stockholm überreicht werden, dem Todestag von Alfred Nobel.

Preisträger, die nicht kamen

Die Akademie schrieb in einer Mitteilung, dass ein Preisträger nicht persönlich erscheine, sei un-, aber nicht außergewöhnlich. Auch Doris Lessing, Harold Pinter und Elfriede Jelinek seien nicht gekommen. Dylan müsse aber innerhalb von sechs Monaten ab dem 10. Dezember seine Nobelvorlesung halten, dies sei die einzige Voraussetzung. Traditionell halten die Nobelpreisträger diese Rede in der Woche vor der Verleihung.

Jelinek, die Angst vor großen Menschenansammlungen anführte, und der schwer krebskranke Pinter hatten diese Rede per Videoschalte gehalten, die damals 88-jährige Lessing hatte sie von ihrem Verleger vorlesen lassen. Auch die Kanadierin Alice Munro, die den Preis 2013 bekam, hatte die Reise aus gesundheitlichen Gründen nicht antreten können. Sie gab anstelle der Rede ein 30-minütiges Video-Interview und schickte ihre Tochter Jenny nach Stockholm.

Boris Pasternak wies den ihm 1958 verliehenen Preis auf Drängen des Sowjet-Regimes zurück. Jean-Paul Sartre akzeptierte aus Prinzip keine Ehrungen und lehnte den Preis 1964 grundsätzlich ab.

Zu der Ehrung gehören eine Urkunde - das sogenannte Nobel-Diplom -, eine Medaille und ein Dokument, auf dem die Dotierung von acht Millionen schwedischen Kronen (rund 810.000 Euro) vermerkt ist. Auf welchem Weg Dylan Medaille und Schriftstücke nun bekommen soll, ist noch unklar.

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