Sie sind hier: Home > Panorama > Menschen >

CDU-Politiker Peter Hintze ist tot

Nach schwerer Krankheit  

CDU-Politiker Peter Hintze ist tot

27.11.2016, 12:30 Uhr | t-online.de, dpa, rtr

CDU-Politiker Peter Hintze ist tot. Peter Hintze war seit Oktober 2013 Vizepräsident des Bundestages. (Quelle: dpa)

Peter Hintze war seit Oktober 2013 Vizepräsident des Bundestages. (Quelle: dpa)

Peter Hintze, CDU-Politiker und Vizepräsident des Bundestages, ist tot. Der 66-Jährige starb in der Nacht auf Sonntag, teilte eine Sprecherin der nordrhein-westfälischen CDU mit. 

Hintze litt seit einigen Jahren an Krebs. Zwischenzeitlich hatte es so ausgesehen, dass er den Kampf gegen die Krankheit gewinnen könne. Aber dann kam der Rückschlag, er musste wieder in die Klinik und künstlich ernährt werden. 

Hintze galt als enger Vertrauer von Kanzlerin Angela Merkel. Er war seit 1990 Mitglied des Deutschen Bundestages und seit Oktober 2013 Vizepräsident. Zwischen 1992 und 1998 hatte er außerdem das Amt des Generalsekretärs seiner Partei inne.

Hintze war außerdem Anfang der 1990er Jahre Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Frauen und Jugend - unter der damaligen Ressortchefin Merkel. 1994 und 1998 organisierte er für Kanzler Helmut Kohl die Bundestagswahlkämpfe. 1994 sorgte er für Kritik, als er mit einer "Rote Socken"-Wahlkampagne Stimmung gegen die SED-Nachfolgepartei PDS und die SPD machte. 

Wegen einer Neuauflage 1998, der "Roten-Hände"-Kampagne, wurde Hintze für den Machtverlust von Helmut Kohl mitverantwortlich gemacht. Merkel löste ihn im Amt des CDU-Generalsekretärs ab.

Doch der Kohl-Mann überstand den politischen Umbruch. 2005 wurde er Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, 2007 zusätzlich Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrttechnik, 2013 dann Bundestagsvizepräsident. 

Mit liberalen Positionen in der eigenen Partei angeeckt 

Hintze galt als warmherziger, oft gut gelaunter Rheinländer mit Spaß an Ironie. Für seine Überzeugung kämpfte er unermüdlich - etwa gegen das Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID). Für den Vater eines Sohnes war es "unbarmherzig", wenn Paare mit sehnlichem Kinderwunsch, aber einer Veranlagung für eine schwere Erbkrankheit, nicht durch Gentests die Chance auf die Geburt eines gesunden Kindes bekommen sollten.

Und mit seiner liberalen Position in der Debatte um Sterbehilfe stellte sich der evangelische Pfarrer nicht nur gegen die Spitze seiner Partei und die Mehrheit seiner Fraktion, sondern auch gegen die eigene und die katholische Kirche.

Merkel: "Verlieren herausragende Persönlichkeit" 

Merkel reagierte mit Betroffenheit auf die Nachricht seines Todes. Mit ihm verliere die Union "eine ihrer herausragenden Persönlichkeiten", teilte die CDU-Vorsitzende mit. Hintze habe "die Politik der CDU Deutschlands wie auch unseres Landes über Jahrzehnte in unterschiedlichsten Funktionen maßgeblich geprägt". Er sei "ein Mann des offenen Wortes, aber auch des Ausgleichs" gewesen.

"Unvergessen sind vor allem seine sechs Jahre als Generalsekretär der CDU Deutschlands", erklärte Merkel. "Er gehörte zu den herausragenden intellektuellen Köpfen der Partei, war sensibel für gesellschaftliche Entwicklungen, erkannte frühzeitig die Notwendigkeit zur programmatischen Weiterentwicklung und leistete damit einen wichtigen Beitrag, dass die CDU eine lebendige Volkspartei in der Mitte der Gesellschaft bleiben konnte." Der studierte Theologe habe "aus seinem Glauben die Kraft für seine politische Arbeit" gezogen, so Merkel.

Bundestagspräsident Norbert Lammert würdigte Hintze im Namen des Parlaments als "leidenschaftlichen Parlamentarier und einen allseits und über die Fraktionsgrenzen hinaus geschätzten Kollegen". Er habe eine große Begabung gehabt, "Brücken zwischen unterschiedlichen Auffassungen und Interessen zu bauen". Auch sei Hintze "in den letzten 25 Jahren eine der prägenden politischen Persönlichkeiten in der CDU" gewesen.

Die ehemalige Familienministerin Kristina Schröder schrieb bei Twitter über ihren Parteikollegen: "Ich bin todtraurig. Peter #Hintze war einer der geistreichsten und warmherzigsten Menschen, denen ich in der Politik jemals begegnet bin."

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner kondolierte ebenfalls per Twitter: "Peter Hintze war klug, humorvoll, kollegial - und ist viel zu früh verstorben. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie."

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Mehr zu den Themen

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Die DSL-Alternative mit LTE50, pausieren jederzeit möglich
den congstar Homespot 100 entdecken
Gerry Weberbonprix.deOTTOUlla PopkenHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe