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Eisbär "Knut" ist tot

Eisbär Knut ist tot

21.03.2011, 10:21 Uhr | t-online.de, dpa, dapd

Der weltberühmte Eisbär "Knut" aus dem Berliner Zoo ist tot. Das Tier sei am Samstag kurz nach 15 Uhr in seinem Wasserbecken gestorben, sagte Bärenkurator Heiner Klös. Jede Hilfe kam zu spät. Es habe tagsüber keinerlei Anzeichen für ein Unwohlsein Knuts gegeben.

Nach Berichten des Kurators und von Augenzeugen spielte sich Folgendes ab: Die drei Eisbären Tosca, Nancy und Katjuscha wurden um den späten Mittag herum weggesperrt. Kurz darauf machte sich Knut auf den Weg ins Wasser. Dort habe ihn fast sofort "eine Art epileptischer Anfall" geschüttelt, er sei untergegangen und mit den Pfoten zuerst wieder aufgetaucht. Zahlreiche Zoobesucher schrien auf. Stammbesucher riefen nach Wärtern.

Die Todesursache soll durch eine Obduktion am Montag oder Dienstag geklärt werden.

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Zoo-Mitarbeiter sind geschockt

Nach den Worten des Bärenkurators war Knut "eine Tierpersönlichkeit" mit vielen Freunden in aller Welt. Er sei der "weltbekannteste Bär" in der Zoolandschaft gewesen. Auch die Zoo-Mitarbeiter seien geschockt, sagte Klös. Etwa 600 bis 700 Zoobesucher hätten den Tod des Bären beobachtet. Einige Kinder weinten, Fassungslosigkeit breitete sich aus. Der Zoo ließ das Areal sperren.

Tierschützer: Kein Alter für einen Eisbären

Der Bärenexperte Thomas Pietsch vom Tierschutzverein "Vier Pfoten" sagte, gut vier Jahre seien "kein Alter" für einen Eisbären. "Knut ist bestimmt nicht an Altersschwäche gestorben", betonte er. Was der Auslöser für den plötzlichen Tod des Tieres sei, wolle er aber nicht mutmaßen.

Zwar seien Eisbären denkbar ungeeignet für die Haltung im Zoo. Sie hätten ausgeprägte Gebietsansprüche und Jagdinstinkte. Beides könnten sie in Gefangenschaft nicht ausleben. Dennoch führe dies nicht zwangsweise zu einem frühen Tod, sagte Pietsch. Teilweise lebten Zootiere sogar länger, weil sie weder Durst noch Hunger leiden müssten und das Risiko von Infektionskrankheiten niedriger sei. Knut hatte statistisch eine Lebenserwartung von 40 Jahren.

"Knut stand unter enormem Stress"

Die Tierschutzorganisation PETA erhob schwere Vorwürfe gegen den Berliner Zoo. "Insbesondere die Zusammenführung in einem Gehege mit den drei Bärendamen Tosca, Katjuschka und Nancy konnte nicht gut gehen. Für jeden Laien ersichtlich stand Knut unter enormen Stress", hieß es in einer Mitteilung. Die drei weiblichen Tiere hätten Knut angegriffen, ihn gebissen oder ignoriert. Hinzu komme, dass bei Knut durch die Handaufzucht ohnehin Verhaltensauffälligkeiten vorprogrammiert gewesen seien.

Wowereit: "Star des Berliner Zoos"

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit sagte der Berliner Tageszeitung "B.Z." zum Tod von Knut: "Das ist entsetzlich. Wir alle hatten ihn ins Herz geschlossen. Er war der Star des Berliner Zoos."

"Knut" war am 5. Dezember 2006 als erstes Eisbärenbaby seit 33 Jahren in Berlin geboren worden. Mutter Tosca verstieß den Eisbären, deshalb wurde er von Hand aufgezogen. Sein Zwilling starb. Pfleger Thomas Dörflein wurde durch die erfolgreiche Aufzucht von Knut weltweit bekannt. Der 44-Jährige starb am 22. September 2008 an einem Herzinfarkt.

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