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Wolf aus Reinhardswald ist tot

Wolf aus Reinhardswald ist tot

15.04.2011, 12:49 Uhr | dapd

Wolf aus Reinhardswald ist tot. Der Wolf aus dem hessischen Reinhardswald wurde tot aufgefunden (Foto: dpa)  (Quelle: dpa)

Der Wolf aus dem hessischen Reinhardswald wurde tot aufgefunden (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Er hat sich am weitesten nach Westen vorgetraut - und ist als einziger geblieben: Seit Jahren lebte ein junger Wolf ungestört im Reinhardswald in Nordhessen. Jetzt meldete das hessische Umweltministerium den Tod des Tieres. Naturschützer zeigten sich betroffen. "Es war der einzige Wolf, der längerfristig in Westdeutschland gelebt hat", sagte der Sprecher des Naturschutzbunds (NABU), Berthold Langenhorst.

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Nach Angaben des Ministeriums hatten Waldarbeiter des Forstamts Reinhardshagen im Kreis Kassel den Wolfsrüden am Mittwoch verendet aufgefunden. Das Tier ist offenbar schon seit über einem Monat tot. Der Kadaver war stark verwest, die Todesursache zunächst unklar.

Todesursache rätselhaft

Laut Ministerium wurde keine Zeichen äußerer Gewalteinwirkung entdeckt. "Die Überreste wurden für eine eingehende veterinärmedizinische Untersuchung geborgen", hieß es weiter. Auch der Tierschutzexperte rätselt über die Ursache. An Altersschwäche könne das Tier nicht gestorben sei, dazu sei es zu jung gewesen, sagte er. Auch sei unwahrscheinlich, dass der Wolf verhungert sei. "Es gibt eigentlich im Reinhardswald genug zu fressen", betonte NABU-Sprecher.

Langenhorst zufolge kommen mehrere Todesursachen in Betracht, so ist es möglich, dass das Tier krank war oder sich verletzt hat. Darüber soll die Untersuchung Auskunft liefern.

Die mutigsten Tiere kommen zuerst

Der Naturschutzexperte sieht jedoch gute Chancen, dass es nicht der letzte Wolf war, der sich in der Region niederlässt. Zuerst kämen die mutigsten Tiere, sagte Langenhorst, dann folgten andere nach. In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen siedelten schon wieder ganze Rudel an, aber im Westen ließen sich bislang nur vereinzelt Wölfe auf der Durchreise blicken.

So wurde Anfang des Jahres ein verletzter Wolf im Kreis Gießen gemeldet, der offenbar von einem Auto angefahren worden war. Der Naturexperte geht davon aus, dass das Tier aus Italien stammt. "Wir haben schon seit Wochen nichts von ihm gehört", berichtete Langenhorst. Es sei möglich, dass das Tier längst nach Süden weitergezogen sei.

Idealen Lebensraum gefunden

Der Wolf im Reinhardswald wurde nach Angaben des Ministeriums erstmals im März 2006 entdeckt. Es folgten weitere Meldungen, doch zunächst wurde ihnen kein großer Glauben geschenkt. Erst rund zwei Jahre später gelang ein sehr gutes Foto, das die Existenz des Wolfs belegte. Das Tier nutzte den gesamten Reinhardswald zwischen Bad Karlshafen und dem niedersächsischen Hannover Münden als Lebensraum.

Als sich das Jungtier dauerhaft in Nordhessen niederließ jubelten die Tierschützer. "Das war ein schönes Zeichen", sagte Langenhorst. Der Wolf habe offenbar in seiner Heimat in der Lausitz kein Revier bekommen und sei deshalb ausgewandert. Der Einzelgänger ließ sich auch mal in Nordrhein-Westfalen blicken, doch sein Zuhause war der Reinhardswald. "Der Lebensraum war für ihn sehr gut", sagte der Sprecher. Der Wald sei riesig, der Wolf habe dort ungestört leben können. Es habe genug Wild gegeben - und die Jäger hätten ihn akzeptiert.

Wolf riss 76 Schafe

Nach Angaben des Ministeriums gehen unter anderem 76 Schafe, zwei Ziegen und ein Reh auf das Konto des Wolfes. Das Land Hessen begrüßte ausdrücklich die Zuwanderung des Raubtieres. Nach 150 Jahren sei der Wolf auf natürlichem Weg nach Hessen zurückgekehrt, zuvor eine "unvorstellbare Sensation". Deshalb ersetzte das Land den Landwirten unbürokratisch die Kosten für ihre gerissenen Schafe und gewährte ihnen großzügige Zuschüsse für die Errichtung wolfssicherer Schafszäune. Die vergleichsweise geringen Schafsrisse im vergangenen Jahr wertete das Ministerium als Erfolg ihrer Strategie.

Auch die Landesregierung hält es nicht für abwegig, dass sich bald wieder ein Wolf in der Region blicken lässt. Durch die kontinuierliche Vergrößerung der ostdeutschen Wolfspopulationen würden stetig neue Gebiete durch Jungwölfe besiedelt. "Die Entfernungen zum Reinhardswald verkürzen sich", hieß es weiter. Das gilt auch für andere Wildtiere: Zuletzt ließ sich in Nordhessen ein Elch blicken. Der Bulle mit dem Spitznamen "Knutschi" war vor eineinhalb Jahren tot im Reinhardswald gefunden worden. Die Todesursache konnte nicht vollständig aufgeklärt werden.

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