Sie sind hier: Home > Panorama > Tiere >

NRW-Minister will Privathaltung hoch gefährlicher Tiere verbieten

Nach Schlangenbiss  

NRW-Minister will Privathaltung hoch gefährlicher Tiere verbieten

10.06.2014, 18:16 Uhr | dpa, t-online.de

NRW-Minister will Privathaltung hoch gefährlicher Tiere verbieten. Gefährliche Tiere wie die Königskobra sollen nicht länger in Privatwohnungen gehalten werden dürfen, fordert die NRW-Regierung (Quelle: dpa)

Gefährliche Tiere wie die Königskobra sollen nicht länger in Privatwohnungen gehalten werden dürfen, fordert die NRW-Regierung (Quelle: dpa)

Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) aus Nordrhein-Westfalen will die Haltung von besonders giftigen und besonders gefährlichen Tieren in Privatwohnungen verbieten.

Er kündigte im Gespräch mit der "NRZ" an, bis zu den Herbstferien einen entsprechenden Gesetzentwurf in den Landtag einzubringen. "Giftige Exoten gehören nicht in die Wohnzimmer unseres dicht besiedelten Bundeslandes", sagte der Grünen-Politiker der Zeitung.

Gegengift aufwendig besorgt

Remmel nahm den wenige Tagen alten Fall eines Reptilienfans aus Duisburg zum Anlass, das Gesetz beschleunigt ausarbeiten zu lassen. Der Schlangenhalter war von seinem eigenen Tier gebissen worden. Das Gegengift musste aufwendig aus München herangeholt werden.

Die Anzeigepflicht soll für gefährliche Tierarten eingeführt werden, kündigte der Minister an. Die Behörden würden bisher überhaupt nicht wissen, wer diese Exoten hält. Sorge bereite auch der wachsende Handel mit giftigen Tiere per Internet.

Krankenkasse zahlt Behandlung

Übrigens: Sollte der Reptilienbesitzer in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert gewesen sein, muss die Allgemeinheit für die immensen Kosten der Behandlung des Schlangenbisses aufkommen. "Wir kennen kein Verschuldner-Prinzip - das heißt: Auch in solchen Fällen wird natürlich von der Krankenkasse gezahlt", erläutert die Pressesprecherin des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherungen GKV, Ann Marini.

Nur bei medizinisch nicht notwendigen Eingriffen wie etwa Schönheits-OPs müsse sich der Versicherte an den Kosten beteiligen. Dagegen haben Extremsportler oder die Besitzer von besonders gefährlichen Haustieren Anspruch auf Kassenleistungen. "Und im Vergleich zu den unzähligen Verletzungen durchs Fußballspielen", sagt die Sprecherin der GKV, "fällt ein gebissener Schlangenhalter wirklich nicht ins Gewicht".

Spektakulärer Fall in Mülheim

Im März 2010 hatte eine ausgebüxte hochgiftige Kobra eine Wohnsiedlung in Mülheim drei Wochen lang in Atem gehalten: Die Schlange war einem 19-jährigen Reptilienfreund entwischt. In der Folge mussten die Dachgeschosswohnung des Tierhalters komplett entkernt, das Mehrfamilienhaus evakuiert und die Straße gesperrt werden.

Die Gesamtkosten des Einsatzes waren horrend. Während der Evakuierung des Hauses kostete allein die Arbeit der Feuerwehr 850 Euro pro Stunde. Dazu kamen die Kosten für Entrümpler, Bauunternehmer, Möbeltransporter. Insgesamt sollte der Schlangenfreund rund 100.000 Euro für den Einsatz rund um seine entwichene Monokelkobra bezahlen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Der Sommer zieht ein: shoppe Outdoor-Möbel u.v.m.
jetzt auf otto.de
Anzeige
Jetzt bei der Telekom: Surfen mit bis zu 50 MBit/s!
z. B. mit MagentaZuhause M
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal