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Stiertreiben in Spanien: 2015 wird zum traurigen "Rekordjahr"

Tragisches Rekordjahr für Spanien  

Nie starben mehr Menschen bei Stiertreiben

30.08.2015, 16:12 Uhr | dpa, t-online.de

Stiertreiben in Spanien: 2015 wird zum traurigen "Rekordjahr". Stiertreiben in der Gemeinde Cuéllar, 150 Kilometer nördlich von Madrid. (Quelle: Reuters/Archivbild)

Stiertreiben in der Gemeinde Cuéllar, 150 Kilometer nördlich von Madrid. (Quelle: Archivbild/Reuters)

Wieder hat in Spanien ein Stier einen Menschen getötet. Damit wird 2015 zum "Rekordjahr": Nie zuvor in der jüngeren spanischen Geschichte kamen so viele Menschen bei den traditionellen Stiertreiben ums Leben.

Bei dem jüngsten Opfer handelt es sich um einen 60 Jahre alten Mann. Ein Kampfstier hatte ihm bei einem Stiertreiben in der mittelspanischen Kleinstadt Cuéllar bei Segovia ein Horn in die Brust gestoßen. Der Stier erwischte das Herz des Mannes, verlautete aus dem Krankenhaus. Ein Arzt habe nur noch den Tod feststellen können.

Traurige Statistik

Die Zahl der Toten bei den Stiertreiben stieg somit in diesem Sommer in Spanien auf zwölf. Die bisherige Rekordzahl lag seit Beginn des Jahrhunderts bei zehn und stammte aus dem Jahr 2009. Das geht aus Bilanzen der stattlichen Nachrichtenagentur Efe hervor.

Die Stiertreiben sind in vielen Orten Spaniens ein elementarer Bestandteil der Volksfeste. Dabei werden Kampfstiere durch die Straßen von Ortschaften getrieben. Teilnehmer der Feste nutzen dies zu Mutproben, indem sie vor den Stieren herlaufen.

Weniger Stierkämpfe, mehr Stiertreiben

Die immer häufigeren Todesfälle dürften damit zu tun haben, dass in Spanien deutlich mehr Stiertreiben stattfinden als vor wenigen Jahren. Schon 2014 waren es im ganzen Land fast 16.000, 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Viele Gemeinden hatten die Erfahrung gemacht, dass sie bei ihren Volksfesten mehr Besucher anlocken, wenn eine Stierhatz auf dem Programm steht.

Zudem bieten Züchter die Stiere immer günstiger an. Das liegt daran, dass aufgrund Tierschutzkampagnen die Zahl der regulären Stierkämpfe in Arenen drastisch zurückgegangen ist. Daher gibt es ein Überangebot an Stieren.

Doch auch die Stiertreiben stehen in der Kritik der Umweltaktivisten: Der Weg durch die Gassen sei für die Stiere eine Quälerei und sie stünden unter großem Stress. Zudem werden die Tiere in einigen Fällen anschließend in einer Arena getötet.

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