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NS-Kriegsverbrecher: Wiesenthal-Zentrum veröffentlicht neue Liste

Vom Simon-Wiesenthal-Zentrum veröffentlicht  

Neue Liste der meistgesuchten NS-Verbrecher

30.04.2008, 14:34 Uhr | dpa

Ein Foto des NS-Arztes Aribert Heim in einer Veröffentlichung des Simon-Wiesenthal-Zentrums (Quelle: dpa)Ein Foto des NS-Arztes Aribert Heim in einer Veröffentlichung des Simon-Wiesenthal-Zentrums (Quelle: dpa) Der als "Dr. Tod" bekanntgewordene SS-Arzt Aribert Heim, der im KZ Mauthausen hunderte Häftlinge grausam gefoltert und getötet haben soll, steht erstmals ganz oben auf der Liste der meistgesuchten NS-Verbrecher. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem hat am Mittwoch eine neue Liste mit hunderten Kriegsverbrechern aus der Zeit des Nationalsozialismus vorgestellt. Danach hat der gebürtige Österreicher den Nazi-Kriegsverbrecher Alois Brunner als Nummer eins auf der Liste abgelöst.

Zum Durchklicken Die meistgesuchten Naziverbrecher
Nazi-Jäger Schlechte Note für Deutschland
Stichwort Das Simon-Wiesenthal-Zentrum

1962 untergetaucht

Heim wird beschuldigt, im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen zahlreiche Häftlinge mit tödlichen Injektionen - manchen direkt ins Herz - umgebracht zu haben. Der 93-Jährige hatte nach dem Krieg unter anderem als Frauenarzt in Baden-Baden praktiziert. 1962 tauchte er unter, bevor ein Haftbefehl gegen ihn vollstreckt werden konnte. Der Leiter des Wiesenthal-Zentrum, Efraim Zuroff, vermutet, dass der Gesuchte in Südamerika lebt. "Wir haben gute Gründe zu glauben, dass er noch am Leben ist", sagte Zuroff.

Special

Auslieferung in Bayern abgelehnt

An fünfter Stelle der zehn Meistgesuchten steht Soeren Kam, der zur Zeit in Deutschland lebt. Das ehemalige SS-Mitglied wird beschuldigt, für den Tod eines dänischen Journalisten verantwortlich zu sein. Er soll außerdem das Einwohnerverzeichnis der jüdischen Gemeinde in Dänemark gestohlen und damit die Deportation von dänischen Juden in deutsche Konzentrationslager ermöglich haben. Kam wurde nach Angaben des Wiesenthal-Zentrums in Dänemark angeklagt. Ein Gericht in Bayern hat im vergangenen Jahr eine Auslieferung abgelehnt. Die dänischen Behörden wollen jetzt den Fall neu aufrollen und auf Bitte des Wiesenthal-Zentrums Kams Rolle bei der Deportation dänischer Juden untersuchen.

KZ-Aufseher und Polizeichef

Außer Heim und Kam stehen auf der Wiesenthal-Liste: der mutmaßliche ehemalige KZ-Aufseher John Demjanjuk, der sich gegen seine Auslieferung aus den USA wehrt; der Ungar Sandor Kepiro, der während des Krieges in die Ermordung von mehr als 1000 Zivilpersonen in Serbien verwickelt gewesen sein soll; der in Österreich lebende Milivoj Asner, der als kroatischer Polizeichef in der NS-Zeit an der Deportation von hunderten Menschen beteiligt gewesen sein soll.

Wird Brunner entkommen?

Bislang war Brunner der meistgesuchte Nazi-Kriegsverbrecher. Die Chancen, den 96-jährigen gebürtige Österreicher lebend zu ergreifen, seien relativ klein, glaubt das Wiesenthal-Zentrum. Sollte Brunner noch am Leben sein, wäre er einer der letzten Hauptverantwortlichen des Holocaust, der sich bis heute der Verantwortung entzogen hat und ein unbehelligtes Leben in Freiheit führt. Er soll zuletzt im Jahr 2001 lebend gesehen worden sein.

Kampagne geplant

Das Simon-Wiesenthal-Zentrum plant für diesen Sommer eine Medienkampagne in Südamerika. Darin soll auf die Belohnung in Höhe von rund 310.000 Euro für Heims Festnahme verwiesen werden. Die Belohnung wurde von dem Zentrum gemeinsam mit Deutschland und Österreich ausgesetzt. Hinweise auf seinen Aufenthaltsort kamen in den vergangenen Jahren aus Uruguay, Spanien, der Schweiz, Chile und Brasilien.

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