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Schweinegrippe: Mediziner warnen vor Risiken bei Schutzimpfung

Schweinegrippe  

Mediziner: Schutzimpfung vielleicht gefährlich

10.08.2009, 08:46 Uhr | dapd , dpa

Welche Gesundheitsrisiken bringt der neue Impfstoff wirklich mit sich, der im Herbst auf den Markt kommen soll? Die Expertenmeinungen sind geteilt (Foto: AP)Welche Gesundheitsrisiken bringt der neue Impfstoff wirklich mit sich, der im Herbst auf den Markt kommen soll? Die Expertenmeinungen sind geteilt (Foto: AP)

Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Mediziner Wolfgang Wodarg warnt vor möglichen Gesundheitsrisiken des Impfstoffs gegen die Schweinegrippe. Das Paul-Ehrlich-Institut weist die Bedenken energisch zurück. Der Schnelltest zur Diagnose des Erregers soll derweil wegen unzuverlässiger Ergebnisse künftig nur noch in besonderen Ausnahmefällen eingesetzt werden.

Der vom Pharmakonzern Novartis entwickelte Impfstoff, der gegen das H1N1-Virus schützen soll, wird derzeit in Deutschland getestet. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen ab Herbst zunächst rund 25 Millionen Menschen geimpft werden, die zu Risikogruppen gehören und besonders gefährdet sind.

Unbekannte Risiken

Wolfgang Wodarg erklärte, der Nährboden des Impfstoffs von Novartis bestehe aus Krebszellen tierischer Herkunft. Man wisse nicht, ob es dabei ein Allergierisiko gebe. "Und viel wichtiger: Einige befürchten, dass bei geringen Verunreinigungen aus diesen hochpotenten Krebszellen ein Krebsrisiko für die Geimpften besteht", so der Mediziner weiter. "Das kann man aber erst nach vielen Jahren und vielen Testpersonen auswerten. Das ist also ein Massenversuch". Bereits vor einer Woche hatte der Arzt und Herausgeber des pharmakritischen "arznei-telegramms", Wolfgang Becker-Brüser, die Sicherheitstests der Musterimpfstoffe gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" als "nicht besonders umfangreich" kritisiert.

"Ausreichende Regeln" für die Impfstoff-Produktion

Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts hat die Aussagen von Wolfgang Wodarg unterdessen strikt zurückgewiesen, wonach von dem Impfstoff ein Krebsrisiko ausgehen könne. Die Weltgesundheitsorganisation habe für diejenigen Impfstoffe, die auf krebserregenden Zellkulturen produziert werden, schon vor etwa 20 Jahren ausreichende Regeln aufgestellt, sagte Johannes Löwer. Zudem werde ein Grippeimpfstoff in der Regel auf Hühnereiern produziert. Auf die zunächst für Deutschland bestellten 50 Millionen Dosen Schweinegrippe-Impfstoff treffe dies zu, so Löwer.

Schnelltests sind unzuverlässig

Die Schweinegrippe-Schnelltests, die wegen ihrer Unzuverlässigkeit bereits in die Kritik geraten waren, werden künftig nur noch in Ausnahmefällen eingesetzt. Zu diesem Ergebnis kamen die Verhandlungen zwischen der Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Stattdessen sollen Patienten aus Risikogruppen, zu denen chronisch Kranke und Schwangere gehören, die genaueren RCP-Tests von den Kassen bezahlt bekommen, wenn bei ihnen ein konkreter Verdacht auf Schweinegrippe besteht.

Druck auf Krankenkassen wächst

Die Krankenkassen stehen wegen der Kosten für die Schweinegrippe-Impfung weiter unter politischem Druck. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach betonte im ARD-Morgenmagazin erneut, dass die Kassen dafür aufkommen müssten. Der GVK blieb hingegen bei seiner Forderung nach Steuermitteln oder höheren Beiträgen, um die Kosten in Millionenhöhe aufzufangen.

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