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Die Kinderhelden der DDR

Sandmann und Pittiplatsch  

Die Kinderhelden der DDR

09.10.2009, 16:00 Uhr | Nibo

Das Sandmännchen des DDR-Fernsehens (Foto: Allstar)Das Sandmännchen des DDR-Fernsehens (Foto: Allstar)

"Sandmann, lieber Sandmann, es ist noch nicht soweit...". So läutet ein Chor heller Kinderstimmen allabendlich den berühmten Abendgruß des Sandmännchens ein. Zum ersten Mal streute der Wichtel am 22. November 1959 Sand in die Augen der Kinder in der DDR - und wurde über Nacht berühmt. Seine Fahrten ins Märchenland mit Schiff, Kutsche, Auto oder Eisenbahn sind legendär und auch 50 Jahre später ist das Sandmännchen regelmäßig in der Nachtschicht aktiv. Aber auch seine Kollegen, der Kobold Pittiplatsch und die Ente Schnatterinchen oder Puppendoktor Pille sind in den Köpfen der mittlerweile erwachsenen DDR-Kinder unvergesslich.

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Eine dreiste Kopie

Der Vater des Sandmännchens ist Puppengestalter Gerhard Behrend. Im November 1959 hatte er vom damaligen Programmchef des DFF (Deutscher Fernsehfunk), Walter Heynowski, den Auftrag bekommen, innerhalb weniger Tage eine Figur für das Kinderfernsehen zu erschaffen. So wurde das allseits beliebte Sandmännchen geboren. Und war eigentlich eine dreiste Kopie einer BRD-Idee, denn Heynowski hatte vor seinem Gespräch mit Gerhard Behrend erfahren, dass in der BRD ab dem 1. Dezember 1959 eine abendliche Kindersendung mit dem Titel "Das Sandmännchen" ausgestrahlt werden sollte. Daher sein dringendes Anliegen. Mit Hochdruck wurde "Unser Sandmännchen" für das Fernsehen der DDR produziert, so dass schließlich am 22. November die erste Sendung ausgestrahlt werden konnte - knapp eine Woche vor dem eigentlichen Original. Von 1959 bis 1990 gab es drei verschiedene Sandmännchen im geteilten Deutschland, seit 1991 existiert nur noch das Ost-Männchen mit der typischen Zipfelmütze und dem weißen Spitzbart.
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Pittiplatsch verzaubert die Kinder

Unverzichtbare Bewohner des Sandmännchen-Märchenlandes waren und sind heute noch der Kobold Pittiplatsch, der zusammen mit seinen Freunden, der Ente Schnatterinchen und dem brummeligen Hund Mopi in einer Wald-WG lebt und den kleinen Fernsehzuschauern ein wenig altklug mit Hilfe von Zauberei und klugen Sprüchen, wertvolle Tipps für den Alltag mit auf den Weg gibt. Freundschaft wird dabei ganz groß geschrieben.

"Puppendoktor Pille"

Ein weiteres Highlight aus dem DDR-Kinderabendprogramm zwischen 1963 und 1988 war Frau Puppendoktor Pille: „... habt ihr Kummer oder Sorgen, dann schreibt gleich morgen an Frau Puppendoktor Pille mit der großen runden Brille". Sie gab den „Puppenmuttis“ und „Puppenvatis“ Tipps für braves Verhalten, gute Erziehung, Anregungen für Spiele drinnen und draußen und vor allem für die Gesundheit. Richtige Ernährung, Vermeidung von Erkältungen, Geduld bei Krankheit usw. spielten eine zentrale Rolle.

"Der kleine Maulwurf" kommt aus Prag (Foto: Allstar)"Der kleine Maulwurf" kommt aus Prag (Foto: Allstar)

Trickfilme aus sozialistischen Bruderländern

Ein großer Anteil der DDR-Kinderfilme wurde jedoch nicht im eigenen Land produziert, sondern kam aus befreundeten Ländern wie der Sowjetunion, der Tschechoslowakei und Polen. Der erfindungsfreudige Liebling ostdeutscher Kinderzimmer, der kleine Maulwurf, kam beispielsweise aus Prag. Die Trickfilmfigur wurde 1957 von dem Zeichner Zdenek Miler erdacht und zwischen den Jahren 1957 und 2002 produziert, sie war der Star des tschechischen Sandmännchens. Die besten Freunde des kleinen Maulwurfs sind der Hase, der Igel und die Maus und in den Filmen wird dem Leben in der Natur das Leben in der Stadt gegenübergestellt, sowie dem naiv-kindlichen Dasein der Tiere der Alltag der Menschen. Im Westen ist der kleine Maulwurf durch seine Auftritte in der "Sendung mit der Maus" bekannt.
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Flucht aus den sozialistischen Mauern

Die kultigen Brüder Lolek und Bolek aus der Feder des polnische Zeichners Alfred Ledwig reisten um die Welt, besuchten auch nicht-sozialistische Länder und gestatteten ihren Zuschauern somit kurze Ausflüge nach Australien oder Amerika, wo sie kühn das ein oder andere Abenteuer überstanden. Als Pendant zu den amerikanischen "Tom und Jerry"-Filmen kann ein bisschen die sowjetische Zeichentrickserie "Hase und Wolf" gelten, die zwischen 1969 und 1986 in Moskau entstanden ist. Jede Folge handelt davon, wie der machohafte, tollpatschige Wolf versucht, den schlaueren, schnellen Hasen zu fangen. Die Jagd endet immer damit, dass der Wolf verliert und mit drohender Geste dem Hasen hinterher ruft: "Na warte Hase, ich krieg dich doch!" Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion sank die Qualität der Serie aufgrund von Teilprivatisierung der Studios und verlor rapide an Popularität. Seit 2005 wird sie jedoch wieder produziert und genießt heutzutage Kultstatus in Russland.


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