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Transparency erhebt Vorwürfe gegen Pharmaindustrie

Schweinegrippe  

Transparency erhebt Vorwürfe gegen Pharmaindustrie

27.12.2009, 22:26 Uhr | dapd

Schweinegrippe: schwere Vorwürfe gegen Impfstoff-Hersteller (Foto: imago)Schweinegrippe: schwere Vorwürfe gegen Impfstoff-Hersteller (Foto: imago) Transparency International hat wegen der Schweinegrippe-Impfung schwere Vorwürfe gegen die Pharmaindustrie erhoben. Die Krankheit sei "katastrophenmäßig aufgebauscht" worden und habe sich als "Papiertiger entpuppt", sagte Anke Martiny, Vorstandsmitglied der Anti-Korruptions-Organisation.

"Bei der Schweinegrippe habe ich den deutlichen Verdacht, dass es im Wesentlichen den Anbietern der Impfstoffe genützt hat", sagte Martiny. Damit werde das Vertrauen der Menschen in Impfungen ausgehöhlt, die ja grundsätzlich sinnvoll seien. Sie äußerte sich auch erneut kritisch über Verbindungen von Mitgliedern der Ständigen Impfkommission, die die Schweinegrippe-Impfung empfohlen hat, zu Pharmaherstellern. "In diesem konkreten Fall hätte der Nachweis erbracht werden müssen, dass Interessenkonflikte keine Rolle spielten", sagte die frühere SPD-Bundestagsabgeordnete. "Von Anfang an hatten externe Experten Zweifel an der Sinnfälligkeit dieser Entscheidung. Eine offene wissenschaftliche Diskussion hat aber nicht stattgefunden."

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Bis zu 25 Milliarden versickern

Korruption im Gesundheitswesen kostet nach Schätzungen von Transparency Milliardenbeträge. Von den rund 250 Milliarden Euro im deutschen Gesundheitsmarkt könnten drei bis zehn Prozent durch Betrug und andere Arten der Wirtschaftskriminalität verloren gehen, sagte Martiny mit Blick auf Vergleichsdaten aus anderen Ländern. Es ginge somit um Beträge zwischen 7,5 und 25 Milliarden Euro. In dem Zusammenhang kritisierte Martiny vor allem Ärzte und ihre Vertretungen. Den seit 2004 vorgeschriebenen Antikorruptionsstellen verweigerten sich fast alle Kassenärztlichen Vereinigungen. "Die Ärzteverbände kennen doch ihre Pappenheimer, sie könnten in Problemfällen durchgreifen", meinte Martiny. "Sie tun es nicht, weil sie sich als Standesorganisation für ihre Kollegen begreifen."



"Größter Quatsch des Jahrhunderts"

Deshalb seien die neu eingerichteten sogenannten Clearingstellen, die "Fangprämien" bei der Überweisung von Patienten aus Arztpraxen in Krankenhäuser verhindern sollen, auch der "größte Quatsch des Jahrhunderts". Diese Stellen gebe es ja schon. "Die tun aber leider nicht das Notwendige", sagte sie. Im Herbst hatten Berichte für Aufsehen gesorgt, wonach Ärzte Geld dafür bekommen, dass sie Patienten in bestimmte Kliniken einweisen. Die Dimension des Problems blieb damals unklar. Martiny verwies darauf, dass es solche "Kick-Back-Zahlungen" nicht nur zwischen Ärzten und Krankenhäusern gebe. "Noch problematischer sind die Überweisungen der Ärzte untereinander, vor allem zu Laboren oder Röntgenpraxen, außerdem die Verbindungen zwischen Zahnärzten und Dentallaboren, Orthopäden und Schuhmachern und ähnliches", sagte sie. "Wenn nur ein Prozent dieser Überweisungen zweifelhaft ist, dann bedeutet das insgesamt Milliarden-Verluste im System."

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